Mitarbeiter des Wiesbadener IT-Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen CSC haben gestern Familien geholfen, die es alleine nicht schaffen, ihre Kinder täglich mit Essen zu versorgen. Das Unternehmen war den Angaben nach das einzige in der Stadt Wiesbaden, das sich an dem vom Verein Sharety initiierten "Tag des Teilens" beteiligt hat. Die rund 1200 Mitarbeiter am Wiesbadener Standort spendeten haltbare Lebensmittel für die Wiesbadener Tafel, die damit bedürftige Familien versorgt.
Die Initiative dazu kam von CSC-Deutschlandchef Gerhard Fercho. Er setze sich für ein stärkeres soziales Engagement des Unternehmens ein, sagte Marketingleiterin Ute Blauth. "Hintergrund ist die Idee, das Teilen als Grundprinzip einer funktionierenden Gesellschaft mitzutragen". Im Foyer des Firmensitzes malten zudem gestern 21 Kinder ein zwei mal vier Meter großes Bild zum Thema Teilen. Begleitet wurde die Aktion von dem Frankfurter Künstler Mike Kuhlmann. Die schönsten Ausschnitte der Bilder werden als Motive für CSC-Weihnachtskarten ausgewählt. Der Erlös der Karten-Verkaufsaktion wird laut Blauth ebenfalls der Wiesbadener Tafel gespendet.
Der Verein Sharety ist eine Dachorganisation für sozial engagierte Unternehmen und hat seinen Sitz in Frankfurt. Ziel ist, möglichst viele Partner für das Teilen zu gewinnen. Mit ihnen startet der Verein Initiativen und Aktionen oder integriert Partner in Hilfsprojekte. Die Idee stammt von dem Frankfurter Künstler Mike Kuhlmann (42). Das Datum für den gestern ausgerufenen Tag des Teilens ist kein zufälliges. 1992 erklärten die Vereinten Nationen den 17. Oktober zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut.
Kostenloses Essen für Tausende
Mehr als 2300 Wiesbadener versorgt die Tafel pro Woche mit Lebensmitteln, wie der stellvertretende Vorsitzende, Fred Knettenbrecht, mitteilt. Seit mehr als einem Viertel Jahr werden die Lebensmittel in der Stephanuskirche ausgeteilt, weil die Friedenskirche zu eng geworden war. "Wir haben alle 14 Tage rund 50 Neuzugänge", so Knettenbrecht - Tendenz steigend. Besonders hart treffe es dabei die Kinder. Zudem wachse die Anzahl armer Menschen in der Stadt. Die 1999 gegründete Wiesbadener Tafel hat es sich zur Aufgabe gemacht, überzählige oder überproduzierte, aber verwertbare Lebensmittel einzusammeln und diese unentgeltlich an bedürftige Menschen abzugeben. rmu
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