Der am Anfang dieser Woche zurückgetretene Präsident der privaten European Business School (EBS), Christopher Jahns , ist am Donnerstag mit sofortiger Wirkung auch als Geschäftsführer abberufen worden, teilt der Aufsichtsrat der EBS mit. Ebenso werde sein Dienstverhältnis mit der EBS aufgelöst. Gegen die Kündigung will Jahns klagen, wie sein Anwalt mitteilt – „erfoderlichenfalls gerichtlich“.
Der zurückgetretene EBS-Präsident Christopher Jahns steht unter dem dringenden Verdacht, mindestens 180000 Euro zulasten der gemeinnützigen EBS-Gesellschaft an seine rund 15 Privat-Firmen in der Schweiz geschleust zu haben, darunter Brain Net. Dies soll mittels fingierter Rechnungen geschehen sein.
Anfang Februar 2011 hat die Staatsanwaltschaft nach Zeitungsberichten über die intransparenten Geschäfte des Hochschulpräsidenten die Ermittlungen aufgenommen, Professoren, Kanzler und EBS-Finanzverantwortliche wurden seitdem teils stundenlang verhört.
Mitte März ließ Jahns auf Druck der Professorenschaft sein Amt als Präsident ruhen, leitete aber weiterhin das Supply Chain Management Institut, das eng mit Brain Net verbändelt sein soll. sab
„Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, um – vor dem Hintergrund der Ereignisse der letzten Tage und der sich als langwierig abzeichnenden Zeitschiene der juristischen Klärung – Schaden durch negative Auswirkungen auf die Reputation und wirtschaftlichen Schaden von der EBS abzuwenden“, erklärt Aufsichtsratsvorsitzender Hellmut Albrecht. Eine Findungskommission werde nun ihre Arbeit aufnehmen, um dem Senat einen Kandidaten für das Amt als Präsident vorzuschlagen.
Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden ermittelt gegen Christopher Jahns wegen des dringenden Tatverdachts der Untreue. Der 41-Jährige soll rund 180000 Euro aus der Hochschulkasse in eigene Firmen geleitet haben. Jahns war am Montag verhaftet worden und ist gegen Auflagen auf freiem Fuß. Er war als Präsident zurückgetreten, hatte seine anderen Ämter aber nur ruhen lassen.
Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat unterdessen den Vorwurf zurückgewiesen, er habe das Landeskriminalamt beauftragt, einen „Maulwurf“ in der EBS zu finden. Eine Zeitung hatte unter Berufung auf „Zeugen“ gemeldet, dass Jahns mit Bouffier gesprochen und dieser die Suche nach dem „Maulwurf“ in Auftrag gegeben habe. Bouffier weist diese Darstellung in seinem Schreiben an die Grünen-Abgeordnete Sarah Sorge zurück, die nachgefragt hatte.
„Ich habe weder das Landeskriminalamt veranlasst, den ,Maulwurf ’ zu ermitteln, noch habe ich sonstige Aufträge an das Landeskriminalamt veranlasst“, schreibt der Regierungschef. Zudem habe er in seiner Amtszeit als Ministerpräsident keine Gespräche mit Jahns geführt.
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