Den Wiesbadener Kleinkunstbühnen wie Walhalla und Pariser Hoftheater geht es nicht gut. Sie haben Schwierigkeiten, ihre Miete zu bezahlen und hoffen auf städtisches Entgegenkommen. Dennoch hat vor Kurzem ein weiteres Privattheater eröffnet.
Auf dem Gelände der Bergkirche gegenüber des Tattersalls an der Lehrstraße haben sich die Kammerspiele Wiesbaden im ersten Stock des Gemeindehauses eingerichtet. Die Innenausstattung des Foyers ist etwas schrill und schräg und stammt von Innenarchitektin und Bühnenbildnerin Carolin Hanf.
Der Spielraum selbst ist in Schwarz gehalten. Rund 60 Plätze hat das Theater, das seit Mitte Oktober geöffnet ist. Intendant ist Gregor Michael Schober, der auch als Schauspieler auf der Bühne steht. Zusammen mit den künstlerischen Leitern Andrea Dewell und Fabian Walter will Schober ein "freies, professionelles und experimentelles" Theater etablieren.
Ziel der Kammerspiele ist es, nah am Zuschauer zu sein. Konzept ist, zeitbezogene und gesellschaftskritische Stücke neu zu interpretieren und mit Raum für neue Ideen umzusetzen. Lesungen sollen ebenso zum Programm gehören wie Stücke junger Autoren und Theater für Kinder und Jugendliche. Schauspiel-Workshops sind ebenfalls geplant.
Schober hat sich mit seinem Theater in Wiesbaden angesiedelt, weil es nach seiner Auffassung keine andere freie Bühne gibt, die mit ihren experimentellen Aufführungen eine Alternative zum Staatstheater darstellt, so der gebürtige Wiesbadener. (off)
Auf der Bühne: "Der große Krieg" von Neil LaBute, am Samstag, 28. November, ab 20 Uhr; Eintritt 14 Euro, ermäßigt zwölf Euro. Das Kinderstück "Ox und Esel" ist am 6. Dezember, um 16 Uhr, zu sehen. Mehr Infos unter: www.kammerspiele-wiesbaden.de.
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