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05. Januar 2012

Kohlenmonoxid-Unfälle: Immer wieder Gas-Unfälle

 Von Christina Franzisket
Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr Wiesbaden tragen seit Beginn der Studie im Einsatz ein Gasmessgerät am Revers, das vor CO-Konzentrationen in der Luft warnt. Nun werden Einsatzkräfte in mehreren hessischen Städten diese Geräte bekommen.  Foto: Rolf Oeser

Erneut erleiden drei Menschen eine Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung, Ursache ist wohl wieder eine defekte Gastherme, vermutet die Feuerwehr. Neue CO-Messgeräte überraschen die Experten.

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Wiesbaden –  

Es ist schon wieder passiert. Drei Menschen erlitten am vergangenen Dienstag in der Nacht in einer Wohnung in der Schwalbacherstraße eine Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung. Die Ursache sei wieder eine defekte Gastherme, vermutet die Feuerwehr. Wieder wurde das geruchslose Gas durch ein Warngerät von alarmierten Sanitätern festgestellt. Laut Polizei befinden sich die verletzten Personen noch im Krankenhaus.

Die Meldungen über solche Gasunfälle scheinen sich seit der tödlichen Katastrophe im Klagenfurter Ring, bei dem drei Menschen durch Kohlenstoffmonoxid (CO) starben, zu häufen.

Das ist kein Zufall, denn erst seit August 2011 führen Feuerwehrmänner, Sanitäter und Notärzte in Wiesbaden, im Rahmen einer in Deutschland einzigartigen Studie der Berufsfeuerwehr Wiesbaden, CO-Warngeräte mit sich. Die Geräte sind kleiner als ein Handy und schlagen Alarm so bald der gesunde Richtwert an CO-Konzentration in der Luft überschritten wird. Ohne diese Geräte wären im November am Klagenfurter Ring wahrscheinlich noch mehr Menschen zu Tode gekommen. Und ohne Oberbrandmeister Marco Pfeuffer würde es diese Studie nicht geben. Motiviert durch seine eigene Erfahrung mit dem „lautlosen Killer“ Kohlenstoffmonoxid, rief er die Studie Anfang 2011 ins Leben. „Die Mappe mit Einsätzen wegen CO ist seit August schnell sehr dick geworden“, sagt Pfeuffer.

"Viele CO-Unfälle blieben unerkannt"

Doch wie wurde vorher das Gas festgestellt? „Oft gar nicht. Viele CO-Unfälle blieben unerkannt“, sagt Pfeuffer. Durch den Alarm der Messgeräte war zum Beispiel sofort klar, warum eine Frau im Dezember in der Neustraße in Mainz-Kastel krampfend im Badezimmer gefunden wurde. Die Rettungskräfte stellten Kohlenstoffmonoxid in der Luft fest.

Auch Polizeipressesprecher Hoffmann ist überrascht vom Ausmaß der Vorkommnisse: „Es ist einfach der Hammer, dass man solche Unfälle erst jetzt feststellen kann.“ Landesleiter des Rettungsdiensts Manfred Stein sagt: „Die Messgeräte sind eine super Sache. Früher konnten wir bei diesen Einsätzen die wahre Ursache für Übelkeit oder Bewusstlosigkeit gar nicht feststellen.“ Die Untersuchung auf CO-Vergiftung sei eben nicht nicht Standard.

Interesse ist immens gestiegen

Das Interesse am Thema Kohlenstoffmonoxid und der Studie der Wiesbadener Feuerwehr ist seit dem schweren Unfall am Klagenfurter Ring immens gestiegen, sagt der Oberbrandmeister. Bundesweit fragen Berufsfeuerwehren bei ihm nach Schulungen. Auch Privatpersonen kommen, um sich zum Schutz vor solchen Unfällen zu informieren.

Die Kosten für die Messgeräte betragen 200 Euro pro Stück. Im April dieses Jahres läuft die Studie von Marco Pfeuffer aus und die geliehenen Geräte müssen zurück gegeben werden. Es sei denn, die Stadt erklärt sich bereit, die Warngeräte zu finanzieren.

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