Die obersten hessischen Verwaltungsrichter konnten sich nur mit Mühe beherrschen angesichts der Stümperei und des Pfuschs, den das Wiesbadener Baudezernat beim Künstlerviertel an den Tag gelegt hat: Da wurde der Bau von Reihenhäusern direkt neben einem Holzhändler genehmigt, obwohl dieser einem Umzug seines Betriebs noch gar nicht zugestimmt hat. Doch statt die künftigen Häuslebauer zu warnen, hat die Stadt munter Baugenehmigungen ausgestellt.
16 junge Familien und Pärchen sowie Rentner haben der Stadt vertraut. Und jetzt ist ihr Erspartes futsch, ihre Lebensversicherung auch, obendrein zahlen sie wegen des Baustopps Strafzinsen und Anwaltshonorare. Und dann ist da noch ihre Angst, die halbfertigen Neubauruinen wieder abreißen zu müssen.
Der für das Desaster verantwortliche Baudezernent Pös kann jetzt nur noch zwei Dinge tun: Erstens: Dem Holzhändler zahlen, was er will. Nur wenn der wegzieht, darf vermutlich weitergebaut werden und die Häuslebauer könnten sich mit der Stadt wieder halbwegs versöhnen. Und zweitens müsste Pös abtreten. Schließlich ist das Baustopp-Drama im Künstlerviertel nur eines von vielen Fällen, in denen Baugenehmigungen erst erteilt und dann wieder entzogen wurden.
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