Wiesbaden
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19. Juli 2010

Kommunale Klinik: Finanzspritze für die HSK

 Von Sabine Müller

Die Horst-Schmidt-Kliniken schreiben weiter rote Zahlen. Die Stadt muss erneut mit einem kurzfristigen Kredit die Liquidität des kommunalen Krankenhauses sichern.

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MaximalVersorgung

Die kommunalen Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) bieten mit 960 Betten und Standorten in Dotzheim und Aukammtal maximale Versorgung für Patienten aus Wiesbaden und Umgebung an.
Die städtische Gesellschaft beschäftigt rund 2100 Mitarbeiter, Die Auslastung des Krankenhauses liegt bei 86 Prozent.
Die HSK-Gruppe erwirtschaftete im Jahr 2008 einen Konzernumsatz von rund 206 Millionen Euro. Sie arbeitet seit Jahren hochdefizitär. sab

Die Stadt Wiesbaden hat den städtischen Horst-Schmidt-Kliniken einen weiteren Kassenkredit gewährt. Die Finanzspritze solle die Liquiditätslage der Gesellschaft „stabilisieren“, teilt Oberbürgermeister und Kämmerer Helmut Müller (CDU) in einer Erklärung mit.

Die HSK-Geschäftsführung habe sich bereits Ende Februar mit der Bitte um eine Unterstützung an die Stadt gewandt. Die Kämmerei greife dem Krankenhaus seit März mit Finanzspritzen unter die Arme. Damit wolle man dazu beitragen, dass die „notwendigen Umstrukturierungsmaßnahmen“ umgesetzt werden können und die Neuausrichtung des Krankenhausbetriebes „den notwendigen Erfolg bringt“.

Die Stadt hat dem Krankenhaus für 2010 einen Kassenkreditrahmen in Höhe von rund acht Millionen Euro eingeräumt. Davon haben die Kliniken nach FR-Informationen bereits zwei Tranchen – insgesamt rund vier Millionen Euro – abgerufen.

Laut Rathaussprecher Siegfried Schneider erwartet die Kämmerei, dass bis September keine weiteren Zahlungen an die HSK notwendig sind. Das sei als ein „gutes Zeichen“ dafür zu werten, dass bereits begonnene Restrukturierungsmaßnahmen der Kliniken wirkten.

Die finanziell stark angeschlagenen HSK kämpfen bereits seit langem ums Überleben. Rettung soll die spätestens zum Jahreswechsel angepeilte Fusion mit dem kommunalen Klinikum Offenbach bringen.

Die erhofften Synergieeffekte des ersten Zusammenschlusses zweier Häuser der Maximalversorgung im Rhein-Main-Gebiet soll jährlich rund 15 Millionen Euro bringen und den HSK in drei Jahren zu schwarzen Zahlen verhelfen. „Das ist unsere letzte Chance“, hatte HSK-Geschäftsführer Holger Strehlau im Frühjahr beim Rhein-Main-Zukunftskongress in Offenbach gesagt. Gehe die Fusion schief, bliebe nur noch der Verkauf an einen privaten Betreiber. Der Rhön-Konzern, zu dem die Deutsche Klinik für Diagnostik im Aukammtal gehört, habe an so einem Geschäft „mit Sicherheit“ Interesse.

Anfang Juli hat Strehlau seinen Rücktritt als Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG) erklärt. Die Sanierung der HSK Wiesbaden erfordere seine volle Konzentration und Arbeitskapazität, begründete er seine Entscheidung.

Er werde sich künftig „in noch stärkerem Maße“ um die Belange seines Hauses kümmern und sich für die Fusion mit dem Klinikum Offenbach engagieren. Für das Amt als HKG-Präsident fehle ihm fortan die Zeit.Die HSK standen Anfang 2010 mit 53 Millionen Euro bei den Banken in der Kreide, das Klinikum Offenbach mit 120 Millionen Euro.

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