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Krimi-Autor Horst Eckert: Der Leichenfund und die Finanzbeamten

Krimistipendiat Horst Eckert sucht für sein neues Werk die Tatorte dort, wo Wiesbaden nicht ganz so nobel erscheint. Von Michael Grabenströer

Horst Eckert hat 2010 eines der Trio-Mortale-Stipendien der Stadt Wiesbaden ergattert.
Horst Eckert hat 2010 eines der Trio-Mortale-Stipendien der Stadt Wiesbaden ergattert.
Foto: FR/Schick

Die Leiche ist gefunden! "Es gab zumindest einen Toten ", versichert Horst Eckert und lässt offen, wie die Leiche ums Leben kam. In welchem Stadtquartier, welche Verletzungen wird (noch) nicht verraten. Doch den Fundort hat Horst Eckert, ganz unauffällig, schon mehrfach in Augenschein genommen. "Dort wo, Wiesbaden nicht so nobel ist. In einer der Schmuddelecken, die es auch gibt, entfernt von den angeblich verbrechensfreien Gründerzeitfassaden," verrät er ganz im Vertrauen, ohne nähere Ortsbeschreibung. Denn die Spannung will gehalten werden. Darin ist der "Ermittler" und Schriftsteller groß. Dafür wurde Eckert mehrfach ausgezeichnet.

Weitere Bruchstücke seines Kurzkrimis hat Horst Eckert, einer von drei Autoren, die das Wiesbadener Krimistipendium gewonnen haben, schon parat: Drei Finanzbeamte, die nach illegalen Geldern fahnden (oder vielleicht auch nicht); die Russenmafia,die angeblich flächendeckend schöne Stadtvillen aufkauft und das nicht nur in Baden-Baden.

Anregende Rechercheansätze habe es bislang in der Stadt gegeben. Und dazu Hilfe bei der Suche nach versteckten, krimigerechten Tatorten. Die Stipendiaten waren im Polizeipräsidium, in der Spielbank, im Rathaus. Alles Tatorte? "Wohl eher nicht", meint Eckert.

Überhaupt die Recherchen. Die Stadt macht es Eckert und den zwei Mitstipendiatinnen leicht. In einer WG - allerdings mit zwei Bädern und deshalb ohne WG-üblichen Stress - lebten sie keine kriminalistische Konkurrenz aus. Eine der Mitbewohnerinnen in der wohl einzigen preisverdächtigen Krimi-WG in Deutschland entwickelt einen historischen Kriminalfall... Die andere sieht ihr Themenfeld durch Eckerts Finanzbeamte nicht eingeengt.

Eckert fühlt sich wohl in der WG im Literaturhaus. Von den ebenso mörderisch veranlagten Mitbewohnerinnen gab es sogar Blümchen - zum Geburtstag, dem 51. Und friedlich verzehrte man die traditionelle Geburtstagstorte, die Eckerts Mutter ins Literaturhaus geschickt hatte.

Und auch Eckerts Frau aus Düsseldorf war schon zu Besuch in der Mörder-WG, der Ort an dem Wiesbadener Kriminalfälle ihre neue "Sprengkraft" - ein Erfolgstitel Eckerts - entwickeln sollen. "Ob die Betten dort breit genug auch für eine Besucherin sind", war eine der Fragen des Preisträgers, bevor er zusagte. Sind sie!

Lesung mit Horst Eckert, "Sprengkraft", Donnerstag, 27. Mai, 20 Uhr, Literaturhaus. Reservierung unter 0611/30 86 365 möglich.

Autor:  Michael Grabenströer
Datum:  26 | 5 | 2010
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