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22. Januar 2013

Kriminalität Kulturpark Wiesbaden: Polizei unerwünscht

 Von Bastian Beege
Spaß im Kulturpark – so lange die Störenfriede fernbleiben.  Foto: R. Oeser

Trotz erhöhter Polizeipräsenz kritisieren Besucher Teile des Sicherheitskonzepts im Kulturpark. Sie schätzen zwar das kulturelle Angebot, die gute Laune vermiesen ihnen aber Müll, Bauarbeiten und der Konsum von Drogen und Alkohol.

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Er ist geschätzt als Ort der Begegnung und verschrien als krimineller Brennpunkt – die Rede ist vom Kulturpark, der Wiesbadens politisch Verantwortlichen längst chronische Kopfschmerzen bereitet: Drogen, Schlägereien, vor zwei Jahren schließlich ein Mord. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war das Image des großen Freigeländes am Hauptbahnhof im Keller.

Die Politiker im Rathaus wurden aktiv, krempelten das kulturelle Angebot um, erhöhten die Polizeipräsenz, ließen einen privaten Sicherheitsdienst patrouillieren. Hat es etwas gebracht? „Wir verbuchen einen klaren Imagegewinn“, behauptet Wiesbadens Polizeipräsident Robert Schäfer.

Schäfer bezieht sich auf die Ergebnisse einer nun veröffentlichten Umfrage, die im vergangenen Sommer unter 724 Kulturparkbesuchern durchgeführt wurde. Hintergrund: Der Präventionsrat der Stadt wollte wissen, wie Angebot und Sicherheitsmaßnahmen bei den Menschen ankommen.

Menschen fühlen sich unsicher

Das Ergebnis ist ambivalent: So heben die Besucher vor allem die Lebendigkeit, sprich das soziale Miteinander, als besonders positiv hervor. Auch die Außenanlage an sich sowie die Freizeitangebote kommen gut an. Neuere Einrichtungen wie der Kulturcontainer, „Hans grillt“ sowie der Verleih von Bällen und Frisbees finden jede Menge Anklang. „Ein Ort zum Wohlfühlen“, resümiert Ordnungsdezernentin Birgit Zeimetz (CDU).

Dem gegenüber stehen die negativen Aussagen: 118 Mal genannt und somit an erster Stelle stehen die ständigen und als störend empfundenen Bauarbeiten, gefolgt vom Müllproblem. 67 Leute kritisierten zudem die Kriminalität, fast genauso viele den Konsum von Drogen und Alkohol. Allein in der ersten Jahreshälfte 2012 haben sich 101 Befragte im Kulturpark unsicher oder bedroht gefühlt – wegen Störenfrieden, verbaler oder körperlicher Angriffe.

Cannabis ist zu tolerieren

Einige Aussagen stellen die Rathausverantwortlichen derweil vor Rätsel: Über 60 Prozent der Befragten waren beispielsweise der Meinung, dass Cannabis-Konsum tolerabel sei. Knapp die Hälfte verneint darüber hinaus die Aussage, dass Sicherheitskräfte im Kulturpark wichtig seien. Die hohe Polizeipräsenz auf dem Gelände wird auch an anderer Stelle im Fragebogen als kritisch beurteilt. „Gerade bei Jugendlichen geht es ja oft darum, Grenzen auszutesten“, erklärt Polizeipräsident Schäfer. „Außerdem wünschen sich die meisten eine Art Selbstkontrolle – auch wenn es um Sicherheit geht.“ Was diesen letzten Wunsch anbelangt, ziehen alle an einem Strang. An anderer Stelle kennt die Polizei hingegen kein Pardon: „Bei Drogen gibt es keinen Spielraum“, so Schäfer.

Und wie ist es tatsächlich um die Sicherheit im Kulturpark bestellt? Können sich die Besucher sicherer fühlen als in den letzten Jahren? 2010 war mit 114 Delikten der vorläufige Höhepunkt der Kriminalität erreicht. Zu beklagen gab es zahlreiche Körperverletzungen und Diebstähle. In Folge des Imageverlusts blieben 2011 viele Besucher weg, dadurch zählte die Polizei auch weniger Delikte (74 an der Zahl).

Drogenkonsum bleibt Problem

Für das abgelaufene Jahr 2012 liegt die Kriminalstatistik noch nicht vor. Doch wiederum deutlich mehr Besucher als im Jahr zuvor lassen einen erneuten Kriminalitätsanstieg vermuten. „Das ist nicht verwunderlich“, sagt Robert Schäfer. Ein zentrales Problem bleibe der Rauschgiftkonsum: „Trotz Initiativen ist der Drogen- und Alkoholmissbrauch in den letzten Jahren in der Stadt nicht nennenswert zurückgegangen.“

Der Präventionsrat will die Ergebnisse der Studie für weitere Initiativen nutzen – und sich dabei unter anderem auf die Vorschläge der Kulturparkbesucher stützen: Die fordern etwa bessere Beleuchtung und einen effektiveren Einsatz der Sicherheitskräfte.

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