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Leserbrief: 1500 Nazi-Gegner ins Abseits gestellt

Zu unserer Berichterstattung über die Demonstrationen von NPD-Jugend und Nazi-Gegnern in Erbenheim (FR, 10. Mai) hat uns ein Leserbrief erreicht.

"Grundrechte behindert" ? Ich empfinde das so! Ich bin Bürgerin von Erbenheim und entsetzt über den geringen Einsatz der Verantwortlichen der Stadt, die Interessen und Rechte der Erbenheimer zu schützen. Ich musste mir die Nazis vor meiner Wohnung ansehen, weil der OB sie vor dem Rathaus nicht sehen wollte. Ich habe keine Aktivitäten der Verantwortlichen der Stadt bemerkt, den Aufmarsch in Erbenheim verbieten zu lassen. Ich wurde bis einen Tag vorher im Glauben gelassen, die Nazis würden auf dem Airfield, also abseits vom Ort, auf dem Feld alleine im Regen stehen. Ich hatte keine Zeit zu prüfen, ob es vielleicht Fakten für ein Verbot gäbe, als am 7. Mai die Marschroute der Nazis durch den alten Ortskern von Erbenheim bekannt gegeben wurde. Ich konnte die Fenster nicht öffnen, da die Hubschrauber schrecklichen Lärm verbreiteten. Ich durfte mich nicht frei im Ort bewegen, Polizisten versperrten mir Wege, kontrollierten meine Personalien und Taschen. Ich konnte nicht einkaufen, da alle Geschäfte aus Angst vor Beschädigungen geschlossen hatten. Ich bin aus Protest zur Gegendemonstration gegangen, um festzustellen, dass die die Demokratie und Menschenrechte verteidigenden Menschen von der Polizei wie Verbrecher eingekesselt wurden. Herr Oberbürgermeister und Herren vom Ordnungsamt: Den 150 jungen Neonazis haben Sie den alten Ortskern von Erbenheim zur Verfügung gestellt. Die Bürger von Erbenheim und die 1500 Gegendemonstranten haben Sie ins Abseits gestellt und jede Möglichkeit verhindert, Paroli zu zeigen. Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Müller, auf welcher Seite stehen Sie? (Dr. Elke Lang, Wiesbaden)

Datum:  15 | 5 | 2010
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