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22. Januar 2013

Mirko Reeh Krebs: Kochen gegen den Krebs

 Von Bastian Beege
Mirko Reeh will bald mit kranken Kindern an der HSK kochen. Foto: Martin Weis

TV-Koch Mirko Reeh schwingt künftig mit kranken Kindern in den HSK den Kochlöffel. Eine gesunde Ernährung ist wichtig für die Heilung.

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Krebs. Eine Diagnose, wie sie für den Betroffenen und seine Familie oftmals schlimmer nicht sein könnte. Auch immer mehr Kinder leiden an Krebs: Allein in den Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) werden jährlich 25 neu erkrankte Kinder behandelt.

Ein oft unterschätztes Problem ist bei fast allen Patienten der mangelhafte Ernährungszustand: „Appetitverlust, Gewichtsabnahme, Änderung der Geschmackswahrnehmung“, zählt Markus Knuf, Direktor der HSK-Kinderklinik auf. „Dabei ist ausgewogenes und regelmäßiges Essen eine wesentliche Voraussetzung für den Therapieerfolg.“

Rote Bete statt Pommes

Der Mann, der es in Wiesbaden künftig richten soll, findet „Kürbiskernburger widerlich“ und „Ravioli aus Rote Beete ziemlich cool.“ Rote Beete für Pommes Frittes-verliebte Kinder? „Wenn Mirko kocht, dann essen Kinder fast alles“, weiß Ernährungswissenschaftlerin Reinhild Link aus Erfahrung. Nicht nur Kinder. Denn die Rede ist von TV-Koch Mirko Reeh, der regelmäßig einem Millionenpublikum das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt.

Im kommenden Frühling kocht Reeh ehrenamtlich mit an Krebs erkrankten Kindern in den HSK – auf Initiative der Stiftung „Leben mit Krebs“, des hessischen Sozialministeriums und der hessischen Krebsgesellschaft. Drei Kurse sind zunächst geplant, für jeweils zwölf Kinder. „In der ersten Einheit teste ich aus, was den Kindern schmeckt, was sie gerne riechen“, erklärt Reeh. „Anschließend bastel ich daraus die Rezepte – und los geht’s.“ Der Entertainment-Koch weiß Koch- und Unterhaltungskunst zu vereinbaren – eine Mischung, auf die er auch bei den jungen Patienten setzt: „Die Kinder kochen zusammen, unternehmen gemeinsam etwas, haben Spaß – das hilft den Patienten vielleicht dabei, ihnen die Lebensfreude zurückgeben.“

Kochbuch für Krebskranke geplant

Doch mehr als das: Das Vorhaben wird von der ersten Minute an von Ernährungswissenschaftlern und Kinderpsychologen aus Mainz und Wiesbaden unter die Lupe genommen. Die Forscher erhoffen sich wichtige Erkenntnisse: „Eine ausgewogene Ernährung ist immens wichtig für den Heilungsprozess, so viel wissen wir schon“, berichtet Fred Zepp, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Mainz. Und Catharina Maulbecker-Armstrong von der Hessischen Krebsgesellschaft ergänzt: „Bei Patienten, die an unseren Programmen rund um Themen wie Ernährung oder Bewegung teilnehmen, wirken die Behandlungstherapien besser.“

Das demnächst startende Kinderprojekt ist Teil einer großangelegten Initiative, welche sich in Frankfurt an Erwachsene richtet. Um die Nachhaltigkeit sicher zu stellen, ist zudem ein Kochbuch für krebserkrankte Menschen geplant.

Finanziert wird das Vorhaben durch Spenden, durch die Hessische Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ – sowie durch ehrenamtliches Engagement: „Mir geht es gut“, sagt Reeh lachend. „Umso besser, wenn ich auch anderen dabei helfen kann, wieder zu lachen.“ Lachen ist bekanntlich die beste Medizin. Auch mit als Ravioli getarnter Roter Beete.

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