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Wiesbaden
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21. Mai 2012

Mountainbike-Marathon: Schmutzige Angelegenheit

 Von Fabian Siegel
Ab durch den Matsch.  Foto: Schick

Matsch. Überall Matsch. Unter dem Trikot, in den Haaren, sogar in den Ohren. Über 650 Starter stellen sich dem Dreck beim ersten Wiesbadener Mountainbike-Marathon.

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Matsch. Überall Matsch. Unter dem Trikot, in den Haaren, sogar in den Ohren. „Das war zwischenzeitlich ein Blindflug“, sagt Timo Friedrich und meint, dass er die Strecke nicht immer wirklich gesehen hat. Der Bereich um die Augen ist zwar der einzige helle Fleck in seinem Gesicht – doch der Matsch ist auf der Brille gelandet.

Timo Friedrich vom RC1900 Bierstadt ist einer von über 650 Fahrern, die gestern bei der Premiere des Wiesbadener Mountainbike-Marathons auf die Strecke rund um und auf den Neroberg gegangen sind. Drei Strecken standen im Angebot – 28, 41 und 71 Kilometer. Für jeden Geschmack und für jeden Trainingsstand sei etwas dabei, sagte Jürgen Gräber, Vorsitzender des RSC Wiesbaden, der das Rennen ins Leben gerufen hat. Angetreten seien Fahrer aus ganz Deutschland. „Je nach Streckenverlauf müssen die Mountainbiker zwischen 900 und 2000 Höhenmetern zurücklegen.“ Das sei eine ganz besondere Herausforderung für alle Fahrer – egal ob für den Mountainbike-Profi oder die zahlreichen Hobbypiloten.

„Die Faszination an diesem Sport ist, permanent am eigenen Limit zu fahren“, sagt Mountainbiker Friedrich. Als Fahrer mache man ständig Grenzerfahrungen, gerade bei extremen Bedingungen. Denn das Wetter am Wochenende machte Fahrern und Organisatoren einen gehörigen Strich durch die Rechnung. „Kurz vor dem Startschuss um 9 Uhr hat es wieder heftig geschüttet“, sagte Organisator Gräber.

Für die Fahrer sei das die Höchststrafe. Denn aus den Waldwegen wurde binnen Minuten ein einziges Schlammbad, einzelne Streckenabschnitte seien sogar gar nicht mehr befahrbar gewesen. „Die Fahrer müssen dann absteigen und laufen.“ Keine Seltenheit im Mountainbike-Sport, doch die Wiesbadener Strecke hätte eigentlich durchgängig befahren werden können.

Wer die Hürden dennoch meisterte, wurde belohnt – mit einer rasanten Schlussabfahrt hinunter ins Nerotal. Dunkle, nicht mehr näher zu identifizierende Matschklumpen auf ebenso verdreckten Rädern schießen mit bis zu 60 Kilometer pro Stunde die steile Piste hinunter, springen über Bodenwellen oder legen in der letzten scharfen Kurve gewagte Bremsmanöver hin.

Noch gibt es Kinderkrankheiten

„Alles ist eine große Herausforderung“, sagte Mountainbike-Pilotin Sabine Kornmann, kurz nachdem sie als eine der ersten Frauen im Feld die Ziellinie passiert hat. „Gerade bei so einem Wetter.“ Dass nach dem Rennen kräftiges Waschen ansteht, nimmt sie in Kauf – das gehöre nun mal dazu. Beschwerlicher sei da schon die Streckenführung gewesen, die nicht immer eindeutig zu erkennen gewesen sei. Denn an einigen Kinderkrankheiten lahmt der neue Mountainbike-Marathon in Wiesbaden offenbar noch. Fahrer beklagten beispielsweise immer wieder, nicht ausreichend durch den Wald geleitet worden zu sein – oder sich gar verfahren zu haben. Organisator Gräber verspricht, das Rennen genau zu analysieren. „Wir werden uns die nächsten Tage zusammensetzen und in aller Ruhe ausarbeiten, was wir im nächsten Jahr verbessern können.“

Irgendwann am frühen Nachmittag ist dann auch der letzte Fahrer am Fuß des Neroberges angekommen. Total fertig, aber glücklich. Glücklich, im Ziel zu sein. Glücklich, an die eigenen Grenzen gegangen zu sein. Danach gibt es nur noch eines: Eine Dusche. Und zwar für Fahrer und Gefährt.

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