Aktuell: Schicksal von Tuğçe A. | RMV sperrt S-Bahn-Tunnel | Polizeimeldungen Frankfurt/Rhein-Main | Eintracht Frankfurt

Wiesbaden
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in Wiesbaden

24. Januar 2013

Müllentsorgung: Mülldeponie wird erweitert

 Von Gaby Buschlinger
In etwa fünf Jahren ist die Dyckerhoff-Deponie voll.  Foto: dpa

Die Stadt Wiesbaden will „Entsorgungssicherheit“ schaffen. Sie will die Mülldeponie im ehemaligen Dyckerhoffsteinbruch deshalb nach Norden zur A66 ausweiten. Die Müllgebühren sollen wegen der Investition nicht steigen.

Drucken per Mail

In etwa fünf Jahren wird die Mülldeponie im ehemaligen Dyckerhoffsteinbruch voll sein. Um die Hausabfälle auch weiterhin vor Ort entsorgen zu können, will die Stadt die Deponie nach Norden zur A66 ausweiten. Das schaffe mindestens für weitere 30 Jahre „Entsorgungssicherheit“, also bis etwa 2050, sagt die für die Müllentsorgung zuständige Dezernentin Birgit Zeimetz (CDU).

Die Investitionskosten bezifferte Zeimetz in einer Magistratsvorlage auf 21 bis 23,5 Millionen Euro. An Planungskosten würden in den kommenden drei Jahren rund 900.000 Euro fällig. Das Stadtparlament muss die Erweiterung noch absegnen, eine Zustimmung gilt angesichts der Mehrheit der großen Koalition als sicher.

Ältere Abschnitte rekultiviert

Die Mülldeponie zwischen Biebrich und Amöneburg, die von der A66 im Norden und der A671 wegen deren Krümmung im Westen und Süden eingegrenzt wird, ist seit 1955 in Betrieb. Zwei Abschnitte sind bereits voll, der ältere ist inzwischen rekultiviert, hier weiden im Sommer Schafe. Der zweite Abschnitt soll in diesem Jahr mit einem Deckel versiegelt und ebenfalls begrünt werden.

Der dritte Abschnitt wird seit 1992 mit Müll befüllt und hat den Prognosen zufolge eine „Restlaufzeit“ bis etwa zum Jahr 2018, wie Zeimetz berichtet. Platz für weitere zwei Millionen Kubikmeter Müll wäre aber direkt nebenan. Das Gelände sei bereits im Regionalplan Südhessen sowie im Flächennutzungsplan der Stadt für die Abfallentsorgung ausgewiesen, was langwierige Planungen erspare und zudem das Genehmigungsverfahren erleichtere.

Die von den Entsorgungsbetrieben der Stadt Wiesbaden (ELW) erst vor fünf Jahren für gut fünf Millionen Euro am Nordhang des Deponiegeländes gebaute Photovoltaik-Anlage steht der Erweiterung nicht im Wege. „Voraussichtlich wird erst ab 2038 an dieser Stelle Müll verfüllt, bis dahin ist die Solaranlage längst abgeschrieben und muss ohnehin technisch überholt werden“, sagt Zeimetz.

13 Prozent der Abfälle aus Italien

Mangels Mülldeponien in der Umgebung ist die Stadt zur Erweiterung der eigenen gezwungen. „In der Region gibt es nur noch eine Deponie in Büttelborn“, sagt Zeimetz. Allerdings sei auch diese spätestens in fünf Jahren voll. Die Deponie in Wicker wiederum werde derzeit stillgelegt. Weil seit 2005 nur noch Abfälle, die weitgehend biologisch inaktiv sind, abgelagert werden dürfen, haben laut Zeimetz zahlreiche Hausmülldeponien geschlossen. Sonderabfälle dürfen auch im Dyckerhoffsteinbruch seitdem nicht mehr gesammelt werden, sondern überwiegend Bauschutt, Erdaushub, Schlacken und Asbest. Nur 28 Prozent der auf der Dyckerhoff-Deponie entsorgten Abfälle kommen aus Wiesbaden. 59 Prozent werden aus der Region herangekarrt, 13 Prozent stammen sogar aus Italien. Doch in absehbarer Zeit entsorge Italien seinen Müll auf eigenen Müllkippen.

Geregelt ist die Müllanlieferung aus der Region in einem Kooperationsvertrag mit der Rhein-Main-Abfall GmbH, der Ende 2018 ausläuft, aber laut Zeimetz bis 2023 verlängert werden soll. Demnach stellen sich die Müllverbrennungsanlagen in Frankfurt und Offenbach sowie die Dyckerhoff-Deponie gegenseitig Entsorgungskontingente zur Verfügung. So soll Mülltourismus vermieden und die Umwelt geschont werden.

Eine Kooperation mit Dritten lehnt Zeimetz ab. „Wir wollen uns nicht abhängig machen und Einfluss auf die Gebührengestaltung behalten.“ Wegen der Millionen-Investition müssten die Wiesbadener nicht mit Gebührenerhöhungen rechnen, und die Stadt sichere 80 Arbeitsplätze.

Zur Homepage
comments powered by Disqus

Auf dieser Seite lesen Sie Nachrichten aus Wiesbaden. Aus der Nachbarschaft informieren wir auf den Seiten über die Stadt Mainz und den Main-Taunus-Kreis.

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie bitte auf das orange Symbol.

Regionale Startseite

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Anzeigenmarkt
Mainz
Thema
Blockupy-Demo am 22. November 2014 in Frankfurt

Tuğçe A. liegt im Sterben. Die 22-Jährige wollte in einem Offenbacher Schnellrestaurant einen Streit schlichten - und wurde selbst zum Opfer.

Alle Berichte auf unserer Themenseite.

Tuğçes tragische Geschichte: Danijel Majic erzählt eindrucksvoll, was passierte - und gleicht Gerüchte mit der Faktenlage ab.

Hintergrund: Gefährliche Rufe nach Selbstjustiz.

Interview: Wie Zivilcourage zeigen, ohne sich selbst zu gefährden? Frank Goldberg vom Frankfurter Präventionsrat erklärt es.

Hintergrund: Reaktionen türkischer Medien.

Fotostrecken: Trauer um Tuğçe A. und Mahnwache.

FR-Online

Mit unserem neuen Umschalter im Seitenkopf oben rechts können Sie das Geschehen in Frankfurt und Rhein-Main höher gewichten. Probieren Sie's aus!

Twitter
Top Stellenangebote
11
Online-Kataloge
Anzeige
Sonderheft

Die Siebziger sind die Frankfurter Jahre. Von hier aus strahlt in die Republik, was das Jahrzehnt bestimmt: das Aufbegehren der Jugend, der Häuserkampf in und ums Westend, die terroristische Bedrohung der RAF - und die Flügelzange der Eintracht mit Grabowski und Hölzenbein.

FR-Geschichte: 70er Jahre in Frankfurt

Unser Sonderheft blickt zurück, dokumentiert Originaltexte und zeigt das Jahrzehnt in Bildern.

Spezial

Filmhaus, Filmarchiv und Festivals wie "GoEast" und "Exground" - Wiesbaden mausert sich wieder zur Kinostadt.

Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

ANZEIGE
- Partner