Mainz am Tag nach Rosenmontag: Auf „deutlich über 60 Tonnen“ schätzt Hermann Winkel, der Leiter der städtischen Entsorgungsbetriebe, die Menge an Müll, die seine Kollegen in diesen Tagen auf dem Zugweg und in der Altstadt beseitigen.
Doch während das Abfallproblem im Griff ist, wächst der Ärger über ein anderes: „Viel unangenehmer sind die ,Wildpinkler‘“, sagt der zweite Vorsitzende der Mainzer Werbegemeinschaft, Jan Willenberg-Sebastian. Ein Ladeninhaber am Schillerplatz habe sich einen Toilettenwagen extra vor die Tür stellen lassen, damit sich niemand direkt vor seiner Eingangstür erleichtert. Andere hatten weniger Glück.
„Die pinkeln an jede Hauswand und in jede Nische“, ärgert sich ein Altstadtanwohner. „Aber unser Hauseingang wird zum Glück seit zwei Jahren mit Gittern abgesperrt.“ Zahlreiche Passanten berichteten von stinkenden Pfützen an Hausmauern und -eingängen. „In der Eppichmauergasse hinter der Polizeiinspektion sah es zum Ende des Rosenmontagszugs aus wie nach einem starken Regen“, erzählt ein Beobachter.
Dabei hatte die Stadt am Zugweg 29 Toilettenwagen und zehn Urinale aufgestellt. Zusätzlich platzierte der Mainzer Carneval Verein (MCV) als Zugveranstalter erstmals acht Toilettenwagen sowie 50 Baustellen-Toiletten.
Doch vielen Wildpinkler waren Wege zu weit, Wartezeiten zu lang. MCV-Zugleiter Kay-Uwe Schreiber sieht als Hauptursache Alkoholmissbrauch. „Das ist ein gesellschaftliches Problem. Das passiert ja auch am Wochenende, egal bei welcher Veranstaltung.“
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