kalaydo.de Anzeigen

Wiesbaden
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in Wiesbaden

18. Januar 2013

Oberbürgermeister-Wahl Wiesbaden: Plakative Großoffensive

 Von Gaby Buschlinger
Die Konterfeis der Kandidaten für die OB-Wahl zieren in den kommenden sechs Wochen Wiesbadens Straßen.  Foto: Martin Weis

Die Werbung für die OB-Wahl hat begonnen. Der SPD-Mann Sven Gerich setzt dabei auf Masse. Wiesbaden ist mit seinen Plakaten zugehängt. Dafür erntet er Kandidat Kritik aus der CDU:

Drucken per Mail

Nun hängen sie wieder überall und auf Schritt und Tritt wird man angelacht: Sechs Wochen vor einer Wahl ist das Plakatieren an den Straßen erlaubt, und nach der verpatzten OB-Wahl vor sechs Jahren geht die SPD diesmal auf Nummer ganz sicher: Seit dem Wochenende sind die Hauptstraßen mit dem Konterfei von Sven Gerich (38) zugehängt. Rund 3000 Plakate – mehr als alle anderen vier Kandidaten zusammen – hat die SPD drucken lassen, sagt Parteichef Dennis Volk-Borowski, der zu Gerichs Wahlkampfteam gehört.

Amtsinhaber Helmut Müller (CDU) geht die Sache gemütlicher an: Der 60 Jahre alte Rathauschef ist bislang nur auf Großplakaten wie am Hauptbahnhof zu sehen. Ab dem Wochenende werden rund 700 kleinere Plakate – mit Müller vor dem Kurhaus – installiert, sagt sein Wahlkampfleiter Ulrich Weinerth. Müllers Slogan: „Unsere Stadt in guten Händen“. Am Samstag um 13 Uhr startet der auf Wiederwahl erpichte Amtsinhaber den „aktiven Straßenwahlkampf“ auf dem Mauritiusplatz. Unterstützt wird Müller dabei von dem Sportjournalisten Rolf Töpperwien, einer Torwand und Fußbällen. Gerich begnügt sich derweil nicht mit nur einem Slogan. Zwar steht auf jedem seiner Plakate „Mittendrin statt über allem“, aber insgesamt wartet er mit vier verschiedenen Bildmotiven und Sprüchen auf. So ist Gerich „Einer, der an morgen denkt“, während er im halboffenen Hemd eine Nestschaukel mit Kindern anschubst.

Irreführung

Drei Meter weiter ist Gerich an einem Gemüsestand auf der Straße beim Kauf eines Bunds Karotten zu sehen und damit „Einer, der seinen Markt kennt“. An der nächsten Ecke ist er dann – diesmal in Anzug und Krawatte – „Einer, mit dem man reden kann“ oder „Einer, der genau hinsieht“, weil er einem Handwerker mit Winkelmesser zuschaut. Zudem gibt es noch die üblichen Porträts.

CDU-Wahlkampfleiter Weinerth empfindet die SPD-Stragetie mit den verschiedenen Slogans als Irreführung. „Den Wählern wird vorgemacht, sie könnten sich bei der OB-Wahl für eine neue politische Linie entscheiden.“ Es werde aber lediglich der Verwaltungschef gewählt und nicht etwa das Stadtparlament. Dieses fälle jedoch die Entscheidungen und dort haben nach wie vor CDU und SPD die Mehrheit.

Noch mehr ärgert sich Weinerth über die oft geschmacklosen Verunstaltungen der Plakate: „Wir hatten schon einen Hitlerbart.“ Da ist Überkleben angesagt.

Zurückhaltung bei den anderen Parteien

Vor Schmierereien ist Grünen-Kandidatin Christiane Hinninger (51) noch sicher. „Die Plakate kommen noch“, sagt ihr Wahlkampfleiter und Lebensgefährte Christoph Leng. Wegen des begrenzten Budgets reiche es nur für rund 400 Hinninger-Konterfeis und einige Großplakate. Der Slogan der früheren Verkehrsdezernentin lautet „Zuhören, verstehen, handeln“ – auch die Vorsitzende der größten Oppositionsfraktion hält sich also auffallend zurück. „Die Grünen stellen weniger die Person in den Vordergrund, sondern setzen auf Inhalte und aktuelle Themen“, sagt Leng. Deswegen dominierten noch Hinweise auf Veranstaltungen wie zur Umweltzone oder zu G8/G9. Im Endspurt ab Februar werde Hinninger verstärkt an den Info-Ständen mit Bürgern das Gespräch suchen. Auf persönlichen Kontakt setzt auch SPD-Mann Gerich, allerdings in viel größerem Umfang. „Bereits im vergangenen Jahr hat er seine Zuhör-Tour gemacht und Organisationen, Vereine und Institutionen besucht“, sagt Volk-Borowski. Kein Wunder, denn der Fraktionsvorsitzende sitzt erst seit sechs Jahren im Parlament und ist den wenigsten ein Begriff. Zwei Wochen vor der Wahl seien Hausbesuche angesagt.

Der parteilose Kandidat Peter Silbereisen (58), dem wenig Chancen eingeräumt werden, hat sich wegen eines Krankheitsfalls in der Familie um Plakate und Slogans noch keine großen Gedanken gemacht. Da er sich für mehr Bürgerbeteiligung und -entscheide einsetzt, liebäugelt er mit dem Spruch „Ich will machen, was Sie wollen“. Einige Plakate werde er noch aufhängen, versichert er.

Der politisch unbekannte Torsten Hornung (51) von der neuen Partei Die Mitte wiederum ist bereits an Bäumen präsent und hat sein Porträt schlicht mit „Ihr OB für Wiesbaden“ versehen. Im Handschriftstil ist noch vermerkt: „Ich bin mittendrin“.

Im Internet sind alle Kandidaten mit einer Homepage präsent.

Jetzt kommentieren

Auf dieser Seite lesen Sie Nachrichten aus Wiesbaden. Aus der Nachbarschaft informieren wir auf den Seiten über die Stadt Mainz und den Main-Taunus-Kreis.

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie dazu bitte auf das orange Symbol.

Übersichtsseite Frankfurt/Rhein-Main

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Mainz

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Wiesbaden
Twitter
Fotostrecke
Costa Concordia

Frankfurt und Offenbach leuchten - im Rahmen der Luminale gab es 182 beeindruckende Lichtkunst-Projekte zu sehen. Ein Anziehungspunkt in Frankfurt war die neue Osthafenbrücke (Bild). Wir zeigen die schönsten Motive in einer Fotostrecke.

Online-Kataloge
Anzeige
Sonderheft

Die Siebziger sind die Frankfurter Jahre. Von hier aus strahlt in die Republik, was das Jahrzehnt bestimmt: das Aufbegehren der Jugend, der Häuserkampf in und ums Westend, die terroristische Bedrohung der RAF - und die Flügelzange der Eintracht mit Grabowski und Hölzenbein.

FR-Geschichte: 70er Jahre in Frankfurt

Unser Sonderheft blickt zurück, dokumentiert Originaltexte und zeigt das Jahrzehnt in Bildern.

Die Zeitung
Mainz
Spezial

Filmhaus, Filmarchiv und Festivals wie "GoEast" und "Exground" - Wiesbaden mausert sich wieder zur Kinostadt.

Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

ANZEIGE
- Partner