Schulferien und nichts zu tun - so erging es Marcella Melien vor vier Jahren. Doch sie wusste Rat, holte Block und Stift und schrieb die Geschichte "Das Buch von Mavalyon". Die ist kürzlich in einem Verlag erschienen. Die heute 17-jährige Wiesbadener Schülerin kann es noch immer kaum glauben. Marcella Melien schreibt seit der Grundschule. "Das Buch von Mavalyon" ist ihr erster Roman, den sie ganz zu Ende gebracht hat. Es ist die Fantasy-Geschichte von vier Mädchen, die die Chance auf eine bessere Zukunft bekommen. Ihnen wird ein Studienplatz an der renommierten Schule der Weisheiten angeboten. Doch um den Platz zu bekommen, müssen sie gemeinsam Aufgaben lösen - eine scheinbar spannende Reise beginnt, doch bald geraten sie in tödliche Gefahren.
Im Sommer 2005 begann Marcella, an dem Roman zu schreiben. Ihre ältere Schwester war in Norwegen, die Eltern mussten arbeiten. So suchte die damals 13-Jährige etwas zum Zeitvertreib und entschied sich fürs Schreiben. Als erstes malte sie eine Landkarte und entwarf die Hauptcharaktere. "Ich bin immer mehr in die Geschichte reingekommen, so dass ich beschloss, daraus ein Buch zu machen." Einen festen Plan, wie das Ganze ausgehen soll, habe sie aber bis zum Schluss nicht gehabt, berichtet die Schülerin. 270 säuberlich von Hand geschriebene Seiten bilden ihr Manuskript. Als Marcella mit der Geschichte zu Ende war, tippte sie alles am Computer ab, korrigierte und kürzte.
Marcella Melien: Das Buch von Mavalyon, ISBN 978-3-98-128501-7, Verlag Petra Hennig, 19,95
"Als ich fertig war, dachte ich mir: es ist ganz gut, ich kann mal versuchen, es einem Verlag anzubieten." Sie schaute nach, in welchen Verlagen ihre Lieblingsbücher erschienen und schrieb sie an. Zehn Mal verschickte sie eine Leseprobe - und bekam zehn Absagen. Heute weiß sie, dass nur 0,5 Prozent aller Bücher auf unverlangt eingesandten Manuskripten basieren. "Das ist fast wie Lottospielen."
Marcella, die in ihrer Freizeit besonders viel Fantasy und Klassiker liest, gab nicht auf. Sie erfuhr, dass sich der Verlag Petra Hennig auf die Förderung junger Talente spezialisierte. Warum es also nicht dort versuchen.
Zwei Wochen später bekam die Schülerin Antwort. "Ich dachte schon, es wäre eine erneute Absage." Doch die Verlegerin wollte das gesamte Manuskript lesen. "Ich konnte es gar nicht glauben", sagt Marcella.
Bis zur endgültigen Zusage war die junge Autorin sehr aufgeregt: "Ich konnte kaum schlafen, war immer nervös." Dann kam die erhoffte Annahme. Zusammen mit der Verlegerin und Lektorin überarbeitete sie das Manuskript. "Das war klasse, ich konnte sehr viel mitreden", sagt Marcella. Selbst beim Buchbinder war sie dabei: "Es war ein unglaublicher Moment, als ich mein Buch auf dem Fließband näherkommen sah und der Buchrücken noch ganz warm vom Ankleben war", berichtet sie strahlend, während sie ihr Werk in die Hand nimmt. 1000 Exemplare beträgt die Startauflage.
Marcella Meliens größter Wunsch ist es, einmal vom Schreiben zu leben. Nun arbeitet sie an der Fortsetzung zu "Das Buch von Mavalyon". Vielleicht kommt sie ihrem Traum ein Stück näher.
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