Städtische Beschäftigte dürfen seit 2008 Fitness-Studios und Schwimmbäder besuchen, auf Kosten der Steuerzahlenden. Dafür hagelte es im Vorfeld gewaltig Kritik - veranschlagt sind im städtischen Etat 450000 Euro. Für das gescholtene Projekt hat die Stadt nun einen 1. Preis bekommen: den von der Wirtschaftszeitung Handelsblatt sowie der EuPD Research und dem TÜV Süd Life Service ausgelobten Corporate Health Award 2009 in der Branche Verwaltung.
Kernaussage der Auszeichnung: Die Landeshauptstadt engagiere sich in besonders vorbildlicher Weise für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der eigenen Mitarbeiter und verfolge eine vorausschauende, nachhaltige Personalstrategie. Das Unternehmen habe ein herausragendes Gesundheitsmanagement etabliert, das Standards setze. Die Mitarbeiter profitierten von umfassenden, auf ihre Bedarfe abgestimmten Gesundheitsleistungen, würden in ihrer Leistungsfähigkeit und Motivation nachhaltig gestärkt.
Die Bewertung für Wiesbaden bezeichnete Personaldezernent Detlev Bendel (CDU) als "tollen Erfolg". Dies könne die "teilweise unsachlichen Kritiker" zum Überdenken ihrer Haltung anregen. Es sei erforderlich, in die Prävention und Gesunderhaltung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu investieren. Krankheitsbedingte Fehlzeiten müssten gesenkt, die Produktivität und Dienstleistungsqualität für die Bürgerinnen und Bürger erhalten und noch gesteigert werden, verteidigt Bendel erneut die Ausgaben. Außer Besuchen in Fitness-Studios und Bädern gibt es noch Präventionskurse und Gesundheitschecks sowie die Gesundheitstage.
Aus mehr als 900 Unternehmen aller Branchen und Größenklassen wurden 157 in eine engere Auswahl für den Corporate Health Awards 2009 einbezogen. Im Bereich der Verwaltung wurden 56 Kommunen geprüft. Davon wurden 18 genauer betrachtet, darunter auch acht Großstädte mit jeweils mehr als 10000 Mitarbeitern. (off)
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