Bei einem Reizgasanschlag sind am Dienstag 55 Schülerinnen und Schüler der Schulze-Delitzsch-Berufschule in Wiesbaden verletzt worden, 18 von ihnen wurden nach Polizeiangaben vorsichtshalber in Krankenhäusern behandelt.
Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge sollen ein oder mehrere unbekannte Täter das Gas zuvor im Keller der Schule versprüht haben. Eine erste Untersuchung der Feuerwehr ergab, dass Ethylenbenzene die Reizung hervorriefen. Dieser Stoff kommt in vielen Lösungsmitteln vor.
Die Polizei bittet um Hinweise auf die Täter unter Telefonnummer 0611/3450.
Täter unbekannt
Das Gas sei unter einer geschlossenen Tür hindurch in den Raum der Schülerzeitungsredaktion gesprüht worden, berichtete der Leiter der Schulze-Delitzsch-Schule, Rainer Strack. Die Schüler seien aus dem Raum geflüchtet. Er habe dann die Evakuierung des Gebäudes angeordnet, weil sich das Gas auszubreiten drohte. Es konnte jedoch durch Brandschutztüren eingedämmt werden. Die Polizei räumte nach dem Zwischenfall am Mittag die Schule und sperrte das Gebäude weiträumig ab.
Ein Großaufgebot mit 62 Ärzten und Sanitätern sowie 15 Feuerwehrleuten kümmerte sich um die Betroffenen. Die Kriminalpolizei leitete Ermittlungen ein. Strack wollte für Mittwoch die Lehrer zu einer Konferenz zusammenrufen. Sie sollten die Schüler sensibel auf den Vorfall ansprechen, sagte der Schulleiter. Mit Blick auf Amokläufe an anderen Schulen hatten die Behörden aus Vorsicht zahlreiche Rettungskräfte und Spezialgerät an den Einsatzort beordert.
Laut dem Schulleiter soll sich ein ähnlicher Vorfall bereits am Montag ereignet haben, allerdings mit viel geringeren Folgen. Er sei von einem Schülerstreich ausgegangen. Am Nachmittag bestanden nach Lüftung der Delitzsch-Schule keine Gesundheitsgefahren mehr, teilte die Polizei mit. Laut einem Polizeisprecher ist das Versprühen von Reizgas eine schwere Straftat von erheblicher Bedeutung. (mit dpa)
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