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13. Dezember 2012

Staatstheater : Müller wird Theaterleiter in Mainz

 Von Claus Ambrosius
In Oldenburg ließ Müller auf einem ehemaligen Fliegerhorst spielen.  Foto: dpa

Der neue Intendant Markus Müller hat eine außergewöhnliche Karriere hinter sich. In Mainz will er auf das Ballett setzen.

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Markus Müller, derzeit Generalintendant am Oldenburgischen Staatstheater, wird von der Spielzeit 2014/2015 an die Geschicke des Mainzer Staatstheaters leiten. Der 39-Jährige war am Dienstag einmütig vom Aufsichtsrat des Staatstheaters und vom Theaterbeirat zum Nachfolger von Matthias Fontheim bestimmt worden.

Müller hat eine außergewöhnliche Karriere gemacht: 2001 wurde er als stellvertretender Generalintendant zur rechten Hand von Ulrich Schwab am Nationaltheater Mannheim, 2006 trat er als jüngster deutscher Intendant in Oldenburg an. Dort verwandelte er einen grassierenden Besucherschwund in ein regelrechtes Theaterwunder um: 215000 Zuschauer kamen in der vergangenen Spielzeit – weit mehr als im deutlich größeren und finanziell weit besser gestellten benachbarten Bremen.

Mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II hatte Müller, der auch als geschickter Einwerber von Sponsorenunterstützung gilt, das historische Staatstheater saniert und erweitert und mit großem Erfolg eine alte Exerzierhalle als Übergangsspielstätte eingerichtet. Seit seiner Übernahme der Intendanz erfreute sich das Oldenburger Theater zahlreicher lobende Kritikerstimmen.

Müller führt nicht selbst Regie

Die rheinland-pfälzische Kulturministerin Doris Ahnen (SPD) lobte mit einem Zitat aus den Bewerberrunden den zukünftigen Intendanten als „Verführer zum Theater“, der schon beim Zuhören Lust mache auf die Auseinandersetzung mit Theater. Müller tritt ohne Nennung eines bereits bestimmten Leitungsteams an, eine Personalie steht aber wohl fest: Mit Hinweis auf die großen Erfolge des ballettmainz unter Martin Schläpfer kündigte er an, die Mainzer Tanzsparte zu neuem Erfolg führen zu wollen, vorzugsweise mit dem Tanzdirektor aus Oldenburg. Die glücklose Ära des Ballettchefs Pascal Touzeau dürfte also bald Geschichte sein.

Noch ein wichtiger Punkt ist bereits festgezurrt: Wie schon in Oldenburg wird Müller auch in Mainz nicht selbst Regie führen, wohl aber die Zusammenarbeit mit in Oldenburg erprobten Regisseuren fortsetzen. Der dortige Spielplan schafft offenbar den oft beschworenen, aber selten erreichten Spagat zwischen künstlerischer Ambition und Öffentlichkeitswirksamkeit: In der vergangenen Saison waren von acht Premieren im Musiktheater vier Produktionen Uraufführungen.

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