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03. Dezember 2012

Sternschnuppenmarkt Wiesbaden: Wenig Geklingel in den Kassen

 Von Elisabeth Böker
Gegen die Kälte helfen Bewegung und Glühwein. Foto: Martin Weis

Der Wiesbadener Sternschnuppenmarkt läuft schleppend an. Dafür läuft der Markt friedlich ab und die Rettungsstation hat bisher kaum Einsätze.

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Der Wiesbadener Sternschnuppenmarkt läuft schleppend an. Dafür läuft der Markt friedlich ab und die Rettungsstation hat bisher kaum Einsätze.

Weder echte Sternschnuppen noch Schnee fielen bisher beim Wiesbadener Weihnachtsmarkt vom Himmel. Und von einem Geldregen in die Kassen der Händler auch keine Spur. So fällt die erste Bilanz des Sternschnuppenmarkts eher nüchtern aus. Einzig die mobile Rettungsstation ist zufrieden. Denn dramatische Einsätze blieben aus.

Vornübergebeugt steht eine ältere Dame mit lila Anorak vor der großen Holzkrippe. Ihr Blick ist auf die Jesusfigur gerichtet. Doch dann wird sie fortgerufen. Ihre Bekannte hat die Holzfiguren für den Weihnachtsbaum in der Handtasche verstaut, nun können sie sich weiter umsehen, was es neben der Holzkrippe an weiteren Angeboten auf dem Sternschnuppenmarkt gibt.

Angebot

Geöffnet ist der Sternschnuppenmarkt bis Sonntag, 23. Dezember, und zwar montags bis donnerstags von 10.30 Uhr bis 21 Uhr, freitags und samstags von 10.30 Uhr bis 21.30 Uhr und sonntags von 12 Uhr bis 21 Uhr.

Ein Babywickelraum befindet sich im Rathaus, der unter der Woche von 9 Uhr bis 19 Uhr und am Samstag von 9 Uhr bis 15 Uhr jungen Eltern fürs Windelwechseln offensteht.

130 Stände bieten verschiedene Kunstwerke, Kleidung und Essen sowie Getränke an.

Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Konzerten, Andachten oder auch das Türöffnen des Sternschnuppen-Adventskalenders runden das Marktangebot ab.

Informationen auf der Internetseite des Sternschnuppenmarktes.

Stabiles Jesuskind

Am anderen Ende des Markts steht ein junges Paar mit dem kleinen Sohn im Kinderwagen, der ebenso friedlich wie Jesus in der Holzkrippe schläft. Mit der Verkäuferin des Kunstgewerbestands „Krippen und Zubehör“ unterhalten sie sich darüber, wie wohl der Ort, wo Jesus geboren wurde, ausgesehen haben mag. „Wissen wir, ob es tatsächlich ein Futtertrog war, wo er reingelegt wurde?“, fragt die junge Mutter.

Dabei nimmt sie eine der zum Verkauf angebotenen Krippen in die Hand. Aber sie entscheidet sich gegen den Kauf und erklärt es der Verkäuferin: Zu Hause hätten sie bereits einen Stall mit stabilen Holzfiguren, so dass ihr kleiner Nachwuchs Joseph und Maria in die Hand und in den Mund nehmen könne. Und sie müsse sich keine Sorgen machen, dass die beiden oder gar das Jesuskind selbst zu Bruch gingen.

Zum zweiten Mal ist der Krippenstand auf dem Markt vertreten „Schleppend läuft das Geschäft“, sagt die Verkäuferin, ähnliche Erfahrungen habe sie im Vorjahr gesammelt. Doch ein zweites Mal wollten sie ausprobieren, ob sich die hohen Kosten und die tägliche Zehn-Stunden-Arbeit bei Wind und Wetter auszahlen würden.

Werkzeuge aus Schokolade

Der tunesische Händler Mohamed Banki sagt nur: „Die Geschäfte laufen okay.“ Doch es ist ihm anzumerken, dass er sich mehr Gewinn durch den Verkauf der im Familienbetrieb angefertigten Olivenholzbretter und Schalen erhofft.
Zufrieden zeigt sich dagegen Michael Bügler. Immer wieder bleiben Leute an seinem Stand, der zum ersten Mal auf dem Sternschnuppenmarkt vertreten ist, stehen. „Viele denken, wir bieten Schrott an, doch dann finden sie unser Angebot als eine super Geschenkidee“, verrät Bügler. Verführerische Werkzeuge für Naschkatzen verkauft er: Schraubenzieher, Zangen oder Hammer aus Schokolade. Die Anregung dazu bekam Bügler aus Süditalien.

Ruhig geht es auch bei der mobilen Rettungsstation zu. Am Sonntagmittag steht das sechsköpfige Team noch komplett an der Rückseite des Rathauses, normalerweise laufen die Mitarbeiter über den Sternschnuppenmarkt, um zu sehen, wo sie helfen können. „Durch unsere Anwesenheit möchten wir den normalen Rettungsdienst entlasten“, sagt Einsatzleiter Volker Krieger. Freitag, Samstag, Sonntag steht ein Rettungswagen bereit, um gegebenenfalls direkt ins Krankenhaus fahren zu können, so dass im Notfall die Anfahrtszeit entfällt.

Ein friedlicher Markt

Sechs Transporte gab es seit der Eröffnung bereits, hinzu kommen 14 kleinere Hilfeleistungen vor Ort. „Kreislaufprobleme oder Allergien bei Lebensmittelunverträglichkeiten waren die Ursache“, erzählt Krieger.

Auch ein eingequetschter Finger musste verbunden werden. Schlägereien oder Alkoholexzesse dagegen habe es bisher keine gegeben. „Für derlei Probleme ist der Wiesbadener Sternschnuppenmarkt nicht bekannt“, sagt Krieger.

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