Der 38 Jahre alte Ex-Mann der vor fünf Wochen ermordeten Türkin Nurdan E. hat auch vier Tage nach seiner Festnahme keine Angaben zu den Beschuldigungen gemacht. Das sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Hartmut Ferse, am Dienstag. Seit Freitag sitzt der 38-Jährige, von dem die 31-Jährige frisch geschieden war, in Untersuchungshaft. Gerichtsmediziner hatten einen früheren Todeszeitpunkt als bislang angenommen ermittelt, und dafür konnte der 38-Jährige kein Alibi mehr vorweisen.
Unterdessen sammelt die Arbeiterwohlfahrt (AWO), in deren Frauenhaus Nurdan E. Zuflucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann gefunden hatte, weiter Spenden für die elf und 13 Jahre alten Töchter der Ermordeten. Das Geld ist für deren Ausbildung bestimmt. Da die Mädchen aber seit der Beerdigung ihrer Mutter in Anatolien festsitzen und die türkischen Behörden sie nicht mehr nach Deutschland ausreisen lassen, fragen sich Spender, ob ihr Geld überhaupt bei ihnen ankommen kann. "Die Spenden werden sicher verwahrt und zweckgebunden verwendet", versichert AWO-Geschäftsführerin Hannelore Richter. Verwandte hätten keine Chance, an das Konto zu kommen. Über 8000 Euro für die Ausbildung der Mädchen befinden sich schon auf einem Treuhandkonto, Schulen haben weitere Spenden zugesagt. Die AWO selbst will 10 000 Euro beisteuern.
Selbst wenn die Bemühungen um Rückreise seitens der Justiz und des Sozialamts fehlschlagen und die Mädchen nicht in Wiesbaden ihre Schule beenden könnten, werde über das Deutsche Konsulat in der Türkei sichergestellt, dass die Spenden ausschließlich für die Ausbildung der Mädchen verwendet werden, so Richter weiter. Dies geschehe im Sinne von Nurdan E. Deren Vater hatte sie nach der fünften Klasse von der Schule abgemeldet, weil Unterricht für Mädchen Zeitverschwendung sei. Ihre zweite Ehe war eine Zwangsheirat. (byb)
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