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19. Januar 2013

Tourismus Wiesbaden: Die Kurtaxe kommt wieder

 Von Gaby Buschlinger
Gepflegte Kur: das Badehaus im „Schwarzen Bock“. Foto: Ilona Surrey

Privaturlauber müssen in der Landeshauptstadt von der vierten Übernachtung an drei Euro pro Tag bezahlen. Die Hoteliers der Stadt nehmen das mit professioneller Gelassenheit hin. Es gefällt ihnen nicht, aber die Taxe kennt man. Seit Kaiser Wilhelm.

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Seit Jahresbeginn kassiert die Stadt von Privaturlaubern wieder eine Kurtaxe. Ab der vierten Übernachtung in einem Hotel müssen volljährige Ortsfremde pro Tag drei Euro zusätzlich zu ihrem Zimmerpreis bezahlen.

Für große Aufruhr sorgt die Abgabe bei den Hoteliers nicht. „Wir sind zwar nicht gerade erfreut darüber, wieder eine Kurtaxe in unsere Angebote reinschreiben zu müssen“, sagt Gerald Kink, Chef des Hotels Oranien und Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Hessen. „Aber wir tragen die Entscheidung der Stadt mit.“

Denn die Kurtaxe ist nichts Neues, erhoben werde sie schon seit der Kaiserzeit, sagen Kurdirektor Henning Wossidlo und Rainer Schäfer, Geschäftsführer der WVV Holding GmbH. Nur sei sie seit Jahrzehnten zumindest von den Hotels nicht mehr einkassiert und an die Stadt abgeführt worden.

Dies, weil die wenigsten Hotelgäste sich aus privaten Gründen länger als drei Nächte in der Stadt aufhielten. „Weil die Kurtaxe so selten fällig wurde, ist sie irgendwann ganz eingeschlafen“, räumt Wossidlo ein.

Privat nur ein bis zwei Nächte

Aber das hat die Reha-Kliniken gewurmt, denn diese mussten immer brav Kurtaxe abführen – rund 70.000 Euro fließen Jahr für Jahr an die Stadt. Als die Reha-Kliniken gegen diese Ungleichbehandlung klagen wollten, hat die Stadt die Kurtaxe vorsorglich für alle privaten Langzeit-Übernachter wieder „reaktiviert“, sagen Wossidlo und Schäfer. Und um die jährliche Landeszuweisung von rund 200.000 Euro zu sichern. Mit diesem sogenannten Bäderpfennig unterstützt das Land Städte mit Heilbadstatus, wie Wiesbaden ihn auch wegen der Kurtaxe noch hat.

Zusätzliche Einnahmen erhofft sich Schäfer von der reaktivierten Kurtaxe, die jetzt Kurbeitrag heißt, nicht. Schließlich hielten sich 70 Prozent der Hotelgäste aus beruflichen Gründen hier auf und seien von der Kurtaxe ausgenommen. Privat Reisende blieben im Schnitt auch nur ein bis zwei Nächte, sagt Hotelchef Kink. Bei ihnen werde wie bei Schülern aus Klassen- und Studienfahrten keine Kurtaxe fällig.

„Das ist auch keine verkappte Bettensteuer“, sagt Hotelchef Kink. Die Bettensteuer, die das Bundesverwaltungsgericht im Sommer für teilweise verfassungswidrig erklärt hatte, werde von jedem Besucher ab der ersten Übernachtung kassiert.

Die Kurtaxe hingegen treffe nur eine „überschaubare Menge“ und müsse zudem in die „touristische Verschönerung der Stadt und die Unterhaltung der Kureinrichtungen fließen“.

Unterschiedliche Nachlässe

Der bürokratische Aufwand halte sich in Grenzen, meint Kink weiter. „Wir müssen jetzt fragen, ob jemand geschäftlich oder privat hier ist und bei Aufenthaltsverlängerungen nach dem Grund fragen.“ Zusätzliches Personal sei deswegen nicht nötig.

Etwas Positives habe der Kurbeitrag auch, sagen Wossidlo und Schäfer. Der Gast bekomme nämlich im Gegenzug eine Kurkarte, die viele Freizeitangebote in der Stadt vergünstige. „Das reicht vom Staatstheater über die Thermine und die Bäder bis hin zu Schiffsfahrten der Köln-Düsseldorfer.“

Wie viel Nachlass aber jeweils gewährt wird, konnte Wossidlo nicht sagen. „Das macht jeder unterschiedlich.“

Viel mehr Sorgen als die Reaktivierung des Kurbeitrags machen den Hoteliers derweil der Abriss und der Neubau der Rhein-Main-Hallen. Denn während der dreijährigen Bauzeit falle das Messe- und Kongressgeschäft größtenteils aus – und damit blieben etliche Betten leer, sagt Hotelchef Kink.

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