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Nach Ironman: Triathleten klagen über Keime im Hafenwasser

Mehrere Ironman-Teilnehmer klagen, dass sie ein bis zwei Tage nach dem Event erkrankt seien. Das Gesundheitsamt schließt eine Verunreinigung des Hafenwassers nicht aus.

Der Start beim Ironman in Wiesbaden am 15. August ist einigen der mehr als 3000 Teilnehmern wohl  schlecht bekommen.
Der Start beim Ironman in Wiesbaden am 15. August ist einigen der mehr als 3000 Teilnehmern wohl schlecht bekommen.
Foto: Christian Sahm

Der Start beim Ironman 70.3 in Wiesbaden am 15. August ist einigen der mehr als 3000 Teilnehmern wohl schlecht bekommen. Zumindest klagen zahlreiche Sportler im Internetforum „Triathlon-Szene“, dass sie ein bis zwei Tage nach dem Event heftig an Durchfall erkrankt seien. Einer verpasste deswegen die Einschulung der Tochter, ein anderer musste den Urlaub abbrechen, andere wurden wegen Übelkeit und Erbrechen krank geschrieben.

Die erkrankten Triathleten vermuten, dass das Wasser im Schiersteiner Hafen schuld an allem ist. Es habe „leicht petrolig geschmeckt und keimig ausgesehen“, schreibt etwa Forumsteilnehmer „Vinoman“, dessen Freundin zwei Tage nach dem Wettkampf „krank auf der Matte gelegen hat“.

Auch bei Ironman-Veranstalter Kai Walter sind mittlerweile „eine Handvoll“ E-Mails eingegangen, in denen ihm Starter von Darmkrankheiten berichten. „Wir nehmen das sehr ernst und werden das klären“, sagte er gestern der FR. Die Wasserqualität im Hafenbecken sei seit März bis zum Wettkampftag regelmäßig geprüft worden.

Proben im grünen Bereich

Ironman-EM in Wiesbaden

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„Die Werte lagen im Rahmen“, sagt Walter. Die Wetterbedingungen – Dauerregen nach einem sehr warmen Samstag – seien nicht optimal gewesen. Doch die Stadt habe für die Veranstaltung eine Genehmigung gegeben.

Das bestätigt Holger Meireis, Leiter des städtischen Gesundheitsamts. Die Bakterienkonzentrationen der Proben des Fresenius-Instituts hätten die oberen Grenzwerte der Badewasserordnung nicht überschritten. „Wunderschön“ sei die Wasserqualität im Hafenbecken freilich nicht, räumt er ein. Er selbst würde da nicht baden gehen.

Dass Sportler etwa Noroviren geschluckt haben könnten, will Meireis nicht ausschließen. Erstens werde das Wasser nicht auf Viren, sondern auf Indikatorkeime für fäkale Verunreinigungen getestet. Zweitens seien die Proben zwar vorschriftsmäßig zweimal in der Woche an drei Stellen entnommen worden. Doch die Wasserqualität könne sich schnell ändern. Am Wettkampftag habe es stark und dauerhaft geregnet, das Wasser sei aufgewühlt gewesen. „Da können Keime nach oben gespült werden.“

Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) hat gestern von Gesundheitsamt und Veranstalter Berichte angefordert. Es sei gut möglich, dass eine Kausalität bestehe, sagt er. Wenn dem so sei, „dann bedauere ich das sehr und es tut mir wahnsinnig leid“.

Nach dem Schock mit dem Todesfall beim Schwimmen würfen die Darmerkrankungen einen weiteren Schatten auf den Ironman 70.3. Es sei zu prüfen, ob der Schiersteiner Hafen weiterhin geignet sei, wenn Erkrankungen trotz Wasserproben aufträten. Veranstalter Walter kann sich vorstellen, die Schwimmstrecke zu verlegen. Es gebe Optionen, sagt er – wenn auch keine so „kompakten“ wie in Schierstein.

Ein 55-jähriger Mann war beim Halb-Ironman am 15. August auf der Schwimmstrecke im Hafenbecken vermutlich an Herzversagen gestorben. Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden hat laut einem Sprecher keine Obduktion angeordnet. Es gebe keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden.

Autor:  Sabine Müller
Datum:  25 | 8 | 2010
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