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Unternehmen Stadt: Schwimmbäder hängen am Tropf

Selbst das Kurhaus ist auf Unterstützung der Stadt in Millionenhöhe angewiesen. Dafür sorgt die Beteiligung an der KMW für einen satten Gewinn. Von Gaby Buschlinger

Schön, aber teuer: das Opelbad auf dem Neroberg.
Schön, aber teuer: das Opelbad auf dem Neroberg.
Foto: FR/Schick

Schwimmbäder sind teuer. Nicht so sehr für die, die sie besuchen. Sondern in erster Linie für die Städte, die sie betreiben. Wiesbaden "leistet" sich acht Bäder - vom Freibad Kleinfeldchen über das Eswe-Hallenbad bis zu den Thermalbädern und dem schnieken Opelbad - und muss dafür der Bädergesellschaft Mattiaqua Verluste von 8,6 Millionen Euro im Jahr 2008 ausgleichen. Das geht aus dem Beteiligungsbericht hervor, den die Stadt jetzt im Internet veröffentlicht hat.

Der Ausblick in dem Bericht der Kämmerei klingt auch nicht gerade erquickend: Zwar ist nicht von Erhöhungen der Eintrittspreise oder vom Absenken der Wassertemperatur die Rede, trotzdem wird das Millionen-Defizit nicht wesentlich schrumpfen, da im Thermalbad Aukammtal und im Eswe-Hallenbad größere Sanierungen anstehen. Und die scheinen angesichts der Besucherzahlen sinnvoll: Ins Aukammtal gingen 2008 übers Jahr fast 360.000 Leute, an zweiter Stelle steht das Eswe-Hallenbad mit gut 280.000 Besuchern - dicht gefolgt vom Freizeit- und Hallenbad Kleinfeldchen (278000).

Beteiligungen

Um vier auf 100 ist die Anzahl der Beteiligungen der Stadt im Jahr 2008 gestiegen. Neu hinzugekommen sind die Gesellschaften Exina, Wibus und WIM Liegenschaftsfonds sowie Mattiaqua.

Die über 6000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Jahr 2008 laut Oberbürgermeister und Stadtkämmerer Helmut Müller (CDU) einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Der Gewinn betrug 161 Millionen Euro.

Der Beteiligungsbericht ist gedruckt oder auf CD-ROM bei der Kämmerei erhältlich (Telefon 0611/312525 oder 314032). Zudem steht der Bericht im Internet unter www.wiesbaden.de (byb)

Finanzielle Stütze direkt aus der Stadtkasse bekommen ansonsten nur noch die Kurbetriebe. Zweieinhalb Millionen Euro fließen in eines der Wahrzeichen der Landeshauptstadt. Dabei jagt beim Kurhaus ein Rekord den nächsten: Die Besucherzahlen stiegen auf über eine halbe Million und es gab 825 Veranstaltungen - von Eric Clapton über die Oldtimer-Rallye bis zur Hochzeitsmesse.

Doch dass die anderen 98 Betriebe, an denen die Stadt beteiligt ist, nun alle Überschüsse erwirtschafteten, stimmt nicht, wie der Blick in die Details des 174 Seiten starken Berichts zeigt und wie der Amtsleiter der Kämmerei, Rainer Emmel, bestätigt.

Die Horst-Schmidt-Kliniken beispielsweise haben mit fast zwölf Millionen Euro Miesen abgeschlossen. Unter die Arme gegriffen hat die Stadt den Kliniken nicht durch Geld, sondern durch die Übernahme von Pensionsrückstellungen von 6,5 Millionen Euro.

Das dickste Minus aber fahren die Linienbusse ein: Eswe-Verkehr schloss im Jahr 2008 mit einem Minus von rund 14 Millionen Euro ab. Trotzdem steht im Beteiligungsbericht in der Spalte "Jahresergebnis" eine schwarze Null. Wie kann das angehen? "Die WVV Holding gleicht den Verlust aus", erläutert Emmel.

In der Wiesbadener Versorgungs- und Verkehrsholding (WVV) hat die Stadt ihre Beteiligungen an den Verkehrs-, Versorgungs- und Wohnungsbauunternehmen gebündelt. Und Eswe-Versorgung hat einen satten Überschuss von 34,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Kein Wunder, denn schöne Gewinne warfen auch die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) ab, an denen wiederum die Eswe-Versorgung beteiligt ist: Mit stolzen 16,5 Millionen Euro polierten die Kraftwerke den Abschluss des "Konzerns Stadt" auf.

Autor:  Gaby Buschlinger
Datum:  5 | 1 | 2010
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