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28. Februar 2012

Viele Kinder werden immer noch versteckt

Verein „Inklusion durch Förderung und Betreuung“ eröffnet Hospiz für junge Behinderte in Südafrika

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Die Kleine hat Trisomie 21, das sogenannte Down-Syndrom. Sie kann nicht laufen, ihre Beine sind verkrüppelt, denn die sechsjährige Südafrikanerin hat nie gelernt, aufrecht zu gehen. Niemand hat es ihr beigebracht. In Südafrika gelten Kinder mit Handicap als Schande und werden laut Angaben des Vereins „Inklusion durch Förderung und Betreuung“ (IFB, vormals Interessengemeinschaft für Behinderte) oft versteckt.

16 behinderte Kinder haben mittlerweile dank des Wiesbadener Vereins ein neues Zuhause gefunden. In Klipriver in der Kommune Midvaal wurde jetzt ein Kinderhospiz eröffnet, das Platz für 21 Kinder bietet. Kinder, die laut IFB-Vorstand Wolfgang Groh in Deutschland gar nicht im Hospiz sein müssten. Doch in Südafrika leben laut Groh Behinderte unter menschenunwürdigen Umständen. Viele von ihnen würden sogar versteckt. „Die Müllabfuhr fährt jetzt durch die Townships und schaut, wo sie Hinweise entdeckt, die darauf schließen lassen, dass in einem Haushalt ein Kind mit Behinderung lebt.“

Wie viele Kinder mit Behinderung es in Südafrika gibt, ist nicht bekannt. Als sich Groh vor einigen Jahren selbst ein Bild von der Situation vor Ort machte, war er entsetzt. „Kinder haben, teilweise nur auf Plastik-Gartenstühlen kauernd, reglos vor sich hin gestarrt.“ Das sei nicht das, was die UN-Behindertenrechtskonvention, die auch Südafrika unterzeichnet habe, vorsehe. Und so beschloss Groh zu handeln und die Menschen in Deutschland zu informieren.

Für 21 Kinder mit Handicap wird es dank des Wiesbadener Vereins ein neues Zuhause geben. „Hier werden die Kinder pädagogisch und pflegerisch betreut“, sagt Groh. Das Wichtigste dabei sei, dass die Kinder dank liebevoller Begleitung ein würdiges Leben führen können. Für viele sei es das erste Mal, dass sie einen festen Tagesablauf hätten. „Essen, Schlafen, Zuwendung – das ist für viele Südafrikaner neu.“

Einiges hat der Verein bereits erreicht, doch laut Groh bleibt noch viel zu tun, damit das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Handicap weiter verbessert und ein Ziel weiter verfolgt wird: Behinderung als Teil der Normalität zu definieren – nicht nur in Deutschland, (uf.)

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