"Hammermäßig! Dicke Überraschung!" Der Wiesbadener CDU-Kreisvorsitzende Horst Klee ist auch am Sonntag immer noch überwältigt, dass die von ihm entdeckte und geförderte Nachwuchspolitikerin Kristina Köhler eine derart steile Karriere hingelegt hat. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die 32 Jahre ale Wiesbadenerin am Freitag als Familienministerin neu ins Kabinett geholt.
"Als ich am Freitag davon hörte, war ich gerade bei der 100-Jahr-Feier von Henkellsfeld", sagt Klee. Als dann Staatsminister Stefan Grüttner ihm die Personalie mitteilte, hatte Klee im ersten Impuls einen Aprilscherz vermutet. Doch schnell wurde klar, dass er als Parteichef wieder einmal ein gutes Händchen bei der Personalauswahl bewiesen hatte. "Es zeigt sich, dass sich Kristina Köhler in den sieben Jahren im Bundestag rasch einen Namen gemacht hat", sagt er stolz.
Köhlers mangelnde Führungserfahrung ficht Klee nicht an. "Ja, sie ist erst 32 Jahre, und ja, sie hat keine sieben Kinder", sagt er und frotzelt: "Da muss sie sich anstrengen, dass sie das aufholt." Ernst fügt Klee aber an: "Man muss gute, junge Leute auch mal ranlassen und nicht immer warten, bis sie 50 sind." Er könne die Kanzlerin für diesen "unorthodoxen Griff" nur loben. Köhler werde ihren Weg machen. Angesichts von Köhlers Engagement betrachte er Merkels Entscheidung für die Soziologin nicht als Notlösung, nur um den Hessen-Proporz zu wahren.
Gesprochen hat der politische Ziehvater mit der 32-Jährigen noch nicht. "Ich habe ihr per SMS gratuliert." Köhler habe jetzt sicher den Kopf voll "und keine Zeit, mit dem Kreisvorsitzenden zu palavern", zeigt sich Klee rücksichtsvoll. Allerdings sei er bei der Henkell-Feier, bei der auch Köhlers Vorvorgängerin Hannelore Rönsch mit von der Partie war, "länger als geplant" geblieben.
Die Junge Union freute sich ebenfalls über Köhlers Karrieresprung. "Kristina ist für mich eine sehr gute Freundin und enge Vertraute", so die JU-Vorsitzende Astrid Wallmann. Auch Wallmann wurde von Klee entdeckt und sitzt nun im hessischen Landtag.
Glückwunsche kamen auch von der Wiesbadener FDP: "Kristina Köhler ist eine junge engagierte Frau", so der Kreisvorsitzende Florian Rentsch. Er traue ihr zu, ein "modernes Familienbild" in der neuen Bundesregierung umzusetzen. Es sei "toll", dass nach dem Ausscheiden von Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) wieder eine Ministerin aus Wiesbaden am Kabinettstisch in Berlin sitze.
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