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Wiesbaden: Glos ist Star beim Ball des Sports

Zum 39. Ball des Sports in Wiesbaden fand sich neben den illustren Gästen wie Boris Becker, Ralf Schumacher, Otto Rehagel und Roberto Blanco auch Politprominenz ein - und stahl dem Sport die Show.

Er war nach seiner Rücktitts-Bitte der Star des Abends: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) tanzt beim Ball des Sports in Wiesbaden mit Ulrike Nasse-Meyfarth.
Er war nach seiner Rücktitts-Bitte der Star des Abends: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) tanzt beim Ball des Sports in Wiesbaden mit Ulrike Nasse-Meyfarth.
Foto: dpa

Wiesbaden. Mit seinem Rücktrittsangebot hat Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) auf dem Ball des Sports in Wiesbaden allen Prominenten die Schau gestohlen. "Kommt er, oder kommt er nicht?", fragten sich am Ende auch diejenigen unter den Fotografen, die sonst nur Stars der illustren Gesellschaft in den Sucher nehmen.

Für sie zählt der Ball des Sports - Veranstalter der Wohltätigkeitsveranstaltung ist die Deutsche Sporthilfe - zu den wichtigsten Terminen des Jahres.

Zur 39. Ausgabe der Promi-Gala erschienen Boris Becker, Ralf Schumacher, Otto Rehhagel, Roberto Blanco, Hessens alter neuer Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) auf dem roten Teppich.

Nur einer ließ auf sich warten: Michael Glos. "Ich kann dir sagen, mit wem Boris Becker eben gekommen ist, aber den Glos, den müsst ihr mir zeigen", sagt ein entnervter Prominenten-Fotograf, dessen Agentur ihm soeben den Auftrag erteilt hat, auch den noch amtierenden Bundeswirtschaftsminister aufs Bild zu bannen.

"Ist er überhaupt noch Minister?", fragen sich die Umstehenden und diskutieren, bei welchem Entlassungsprozedere ein Minister seinen Ruhegeldanspruch behält.

CSU-Chef Horst Seehofer hat jedenfalls Glos' Rücktrittsangebot nicht angenommen. Müsse er auch gar nicht, heißt es dann, allein CDU-Chefin Angela Merkel, die Kanzlerin, habe darüber zu befinden.

Einstweilen darf auch der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle ein Wörtchen mitreden. Mit seinem Lebenspartner an der Seite hat er im Foyer der Rhein-Main-Halle wie immer ein paar schneidige Worte parat.

"Mit Glos verlässt einer der letzten sozialen Marktwirtschaftler der Koalition das Kabinett", erklärt der FDP-Chef. Ein Satz, der an diesem Abend zur Meldung taugt.

Trotzdem warten die Neugierigen nur auf einen, auf Glos, dessen überraschendes Rücktrittsangebot erst Samstagnachmittag bekannt geworden war. Jetzt macht er es spannend. Selbst nach 19 Uhr, der Promi-Strom ist am Versiegen, ist der Wirtschaftsminister nicht in Sicht.

Immerhin erscheint Glos' Kollege Steinmeier. Der Außenminister gibt Autogramme, spricht von einem "Hindernislauf" der CSU und äußert die Erwartung, dass noch in der Nacht zu Sonntag eine Entscheidung fallen werde.

Eine Entscheidung, über die allein Glos - wenn er nur käme! - authentisch Auskunft geben könnte. Vor der Rhein-Main-Halle herrscht Regenwetter, im Foyer inzwischen Leere, und alles wartet auf den CSU-Politiker.

Gegen 20 Uhr dann fährt endlich eine silberfarbene Limousine mit Wiener Kennzeichen vor. Auf dem roten Teppich stellt sich Glos samt Gattin mit Hingabe und Geduld den Fotografen, aber erhört von den Rufen der Journalisten keinen einzigen.

Schließlich fragt einer: "Freuen Sie sich auf den Ball, Herr Minister?" Glos zögert keine Sekunde und sagt mit dröhnender Stimme: "Und wie!"

DSH-Vorsitzender Klatten eröffnet Ball des Sports

Mit der Erinnerung an die Ideale der Deutschen Sporthilfe (DSH) eröffnet dann der Vorstandsvorsitzende Werner E. Klatten den Ball. "Die Sporthilfe steht nicht für Marktanteile, Umsatz oder Gewinn. Sie steht für die Werte Leistung, Fairplay und Miteinander", sagte der neue DSH-Chef vor rund 1800 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Sport und Medien.

Klatten ergänzt: "Wenn wir über die Zielgruppe unserer Stiftung sprechen, sprechen wir über nichts anderes als über unseren Nachwuchs, über Werte, die wir ihm vermitteln wollen." Es gelte, die Ideale noch viel intensiver und breiter als bisher in die Öffentlichkeit zu tragen.

"Die DSH muss bekannter werden für das, was sie tut, und für das, wofür sie steht. Es muss für jeden Bürger eine Ehre sein, diese Ideale auch finanziell zu unterstützen", sagt der DSH-Vorsitzende.

Das Sozialwerk des deutschen Sports rechnet wie in den vergangenen Jahren damit, mit dem Ball des Sports einen Reingewinn von 800.000 Euro für die Unterstützung von rund 4000 geförderten Elitesportlern erwirtschaften zu können.

"Der Lauf der Welt" ist das Motto des glanzvolles Abends in den Rhein-Main-Hallen. Eine schwungvolle Berliner Revue stimmt auf den Leitspruch und auf das bedeutendste deutsche Sportereignis des Jahres, die Leichtathletik-Weltmeisterschaft im August in Berlin, ein.

Zur Balleröffnung führt Klatten seine Stellvertreterin, den ehemaligen Schwimm-Star Franziska van Almsick, über das Parkett. Groß ist der Beifall für den früheren NOK-Vorsitzenden Walther Tröger, der am Freitag seinen 80. Geburtstag gefeiert hatte. (ddp/dpa)

Datum:  9 | 2 | 2009
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