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Wiesbaden
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07. März 2014

Wiesbaden Golfplatz Rheinblick: Abholzen am Abschlag

 Von Arne Löffel
Perfekter Schwung auf der Driving Range.  Foto: Andreas Arnold

Im Auftrag der US-Streitkräfte soll der Wiesbadener Golfplatz Rheinblick auf dem Freudenberg aufpoliert werden. Die Amerikaner betreiben den Platz seit 1960 und wünschen sich eine neue Driving Range - doch die Stadt sträubt sich.

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Der Golfplatz „Rheinblick“ auf dem Freudenberg soll aufpoliert werden. Und zwar im Auftrag der US-Streitkräfte, die den Platz seit 1960 betreiben und die das Areal von der Stadt Wiesbaden gepachtet haben. Die Amerikaner wünschen sich eine neue Driving Range und wollen zugleich eines der 18 Löcher neu gestalten.

Anemone Rüger, Pressesprecherin der US-Militärs in Erbenheim, sagt, Ziel der Arbeiten sei die Verbesserung der „Dienstleistungen für die Mitglieder der Militärgemeinde und ortsansässigen Gäste“. Der Platz wird nicht nur von den Soldaten und ihren Angehörigen, sondern auch vom Golfclub Rhein-Main genutzt.

Die Rodung von drei Hektar Kiefernwald und einiges an Bodenbewegungen sind nach Angaben des Wiesbadener Umweltamtes für die Neugestaltung des Platzes nötig, weshalb das Amt den Plänen der US-Militärs ablehnend gegenübersteht. „Uns liegen noch nicht alle von den Amerikanern in Auftrag gegebenen Gutachten vor, aber wir stehen dem Bauvorhaben wegen der zu erwartenden Eingriffe in die Lebensräume von Tieren und Pflanzen sowie in das Landschaftsbild sehr skeptisch gegenüber“, sagt Jutta Braun, stellvertretende Leiterin des Umweltamts der Landeshauptstadt.

Ohne die Zustimmung der Stadt und des Wiesbadener Stadtparlaments können die Amerikaner den Golfplatz nicht umbauen. Schließlich ist das Gelände nicht militärisch genutzt und daher greifen die in Deutschland üblichen Umweltschutzbestimmungen. Und die sehen zumindest eine behördliche Zustimmung vor. Vor allem, da es sich bei den zur Abholzung im Raum stehenden Bäume um drei Hektar Stadtwald handelt.

Rüger teilt mit, dass der zu rodende Kiefernwald im Falle einer Zustimmung durch die Stadt an einer anderen Stelle innerhalb der Golfplatz-Grenzen von höherwertigen Bäumen ersetzt werden soll. „Eine Ausdehnung des Golfplatzes über die derzeit bestehenden Grenzen hinaus ist ausdrücklich nicht geplant“, so Rüger. Gleiches gelte auch für die Bauarbeiten, die gänzlich innerhalb des Golfplatz-Geländes organisiert werden könnten.

Belastung für die Stadt

Nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell droht der Golfplatz für die Stadt zur Belastung zu werden: Ordnungsdezernent Oliver Franz (CDU) lässt in der Presse verlauten, dass die Amerikaner 6000 Euro Pacht pro Jahr zahlen, die Stadt für das Gelände aber 14 000 Euro Grundsteuer ans Land abführt. Die Lücke schließt der deutsche „Golfclub Rhein-Main“ mit einer Nutzungsgebühr in Höhe von 10 000 Euro pro Jahr.

Vor diesem Hintergrund beziehen die Grünen im Stadtparlament Position: „Noch vor kurzem speiste der Garnisonskommandeur die lärmgeplagten Anwohner damit ab, dass nicht genügend Geld für eine Einhausung des Militärflughafens vorhanden sei und nun plant die Army, das Sportgelände mit viel Geld umzugestalten“, kritisiert die umweltpolitische Sprecherin Barbara Düe. Aber auch für die Amerikaner selbst ist der Umbau laut Rüger noch nicht beschlossene Sache: „Die Umsetzung hängt auf unserer Seite auch von der Mittelfreigabe ab.“

Stadtentwicklungsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) empfiehlt nach eigener Aussage aufgrund der eingegangenen fachlichen Stellungnahmen dem Magistrat in einer aktuellen Sitzungsvorlage, den Umbau abzulehnen. Entsprechende Eingriffe seitens der Amerikaner seien zu unterlassen.

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