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23. Mai 2013

Wiesbaden Gymnasien: Für G9 auf die Straße

 Von Ute Fiedler

Zahlreiche Initiativen demonstrieren am Donnerstag in Wiesbaden gegen das Turbo-Abi. Die Schulleiter verteidigen indes ihre Haltung zu G8.

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Es wird nicht das letzte Mal sein, dass Christoph Leng und seine Mitstreiter für die Rückkehr zur längeren Gymnasialzeit G9 auf die Straßen gehen. Da ist er sich sicher. „Wir müssen dicke Bretter bohren. Das dauert halt etwas“, sagt Leng, der der in diesem Jahr neu gegründeten Initiative G9 für Wiesbaden angehört. Am heutigen Donnerstag äußern die Eltern einmal mehr ihren Unmut über den durch das Turbo-Abi G8 entstehenden Leistungsdruck und demonstrieren in der Landeshauptstadt.

Ende vergangenen Jahres hatte die Landesregierung beschlossen, die Schulen entscheiden zu lassen, ob sie zu G9 zurückkehren, bei G8 bleiben oder beides nebeneinander einrichten. Während zahlreiche Schulen in anderen Städten zum neuen Schuljahr G9 anbieten wollen, haben sich alle sieben Gymnasien der Landeshauptstadt gegen die längere Gymnasialzeit ausgesprochen – was die Wiesbadener Eltern auf die Barrikaden brachte und sie veranlasste, eine Befragung der Grundschuleltern zu initiieren.

Der Rücklauf sei sehr groß gewesen, sagt Leng. 23 der 36 Wiesbadener Grundschulen hätten mitgemacht. Die Ergebnisse seien eindeutig für G9 ausgefallen. Zum Beispiel hätten sich an der Breckenheimer Grundschule mehr als 70 Prozent der Eltern beteiligt. Davon wollten mehr als 90 Prozent die Rückkehr zu G9. Die exakten Ergebnisse werden am Freitag öffentlich vorgestellt.

Derzeit läuft zudem eine Befragung des Statistikamts und des Schuldezernats, die die Stadtverordnetenversammlung beantragt hatte. Eltern aller Drittklässler sollen zu diesem Thema befragt werden. Die Ergebnisse werden vermutlich im frühen Herbst den Schulleitern vorgestellt, sagte Schuldezernentin Rose-Lore Scholz (CDU).

Der Sprecher der Wiesbadener Gymnasien und Direktor der Gutenbergschule, Gerhard Schlotter, reagiert recht ungehalten, als er auf dieses Thema angesprochen wird. Man habe sich nicht grundsätzlich gegen G9 ausgesprochen. „Es gibt viele offene Fragen, die Zeit war zu knapp, die Rahmenbedingungen nicht klar“, sagt er. „Man darf nicht vergessen, dass das neue G9 nicht das alte G9 sein wird.“ Ein großer Knackpunkt sei die Nachmittagsbetreuung. Kehre man zu G9 zurück, hieße das, dass viele Schüler ab dem Nachmittag freihätten. „Und dann beginnen die Diskussionen über die Nachmittagsbetreuung“, erläutert der Schulleiter.

Doch das Argument will Christoph Leng nicht geltenlassen. „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Man kann doch nicht nur bei G8 bleiben, damit die Kinder betreut sind.“ Er unterstellt den Schulleitern ein „Elitedenken“. „G9 hat mittlerweile den Stempel, dass es nur für leistungsschwächere Schüler geeignet ist. Deswegen will keine Schule den ersten Schritt machen.“

Mehr als nur einen Schritt wollen die Demonstranten machen. Sie planen, heute um 10 Uhr vom Luisenplatz loszuziehen – über die Luisenstraße, die Bahnhofstraße und die Friedrichstraße hin zum Dernschen Gelände. Zu der Demonstration aufgerufen haben die Initiative G9-Wahl.de, die Lehrergewerkschaft GEW, die Wiesbadener G9-Initiative, die Landesschülervertretung und der Landeselternbeirat.

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