Offensichtlich haben schon die Wohnungssuchenden von den Plänen Wind bekommen. „Bei uns gehen bereits die ersten Anfragen wegen der Mietwohnungen auf dem Grundstück ein“, sagt Xaver Braun, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wiesbadener Wohnbaugesellschaft (GWW). Diese will auf dem Gelände zwischen Gustav-Stresemann-Ring und Dantestraße insgesamt 120 Wohnungen bauen.
Die GWW (Gemeinnützige Wiesbadener Wohnbaugesellschaft) ist mit knapp 14.000 Wohnungen der größte Wohnungsanbieter im Stadtgebiet.
Der durchschnittliche Mietpreis für eine GWW-Wohnung lag 2011 bei 6,06 Euro pro Quadratmeter
Im Jahr 2011 erzielte die GWW einen Jahresüberschuss in Höhe von 6,4 Millionen Euro. Investiert wurden rund 46 Millionen Euro, davon 14,5 Millionen in Neubau, der Rest in Sanierung und Instandhaltung.
Vor allem die vielgefragten Drei-Zimmer-Wohnungen sollen hier entstehen. Ein Teil wird verkauft, ein anderer vermietet. Die Mietpreise werden sich laut Braun im Mittel des Mietspiegels bewegen, das heißt, sie liegen dann bei neun Euro pro Quadratmeter.
Noch blicken die Autofahrer rechter Hand auf eine Brachfläche, wenn sie vom Stadion kommend den Ring entlang in Richtung Bahnhof fahren. Doch jetzt ist der Bauantrag eingereicht. Wenn alles nach Plan läuft, wird im kommenden Sommer mit den Arbeiten begonnen, und im Frühjahr 2015 sollen die Bewohner einziehen. 21 Millionen Euro sind dafür kalkuliert.
Auf dem 16.000 Quadratmeter großen Areal standen bis 2010 Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 165 Wohnungen. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft hatte sie abreißen lassen. Die Häuser rutschten hangabwärts, in den Wänden klafften bis zu 20 Zentimeter breite Risse. Etwas weniger breite Risse lassen sich heute noch an anderen Häusern in der Dantestraße bewundern.
Schuld ist eine Tonschicht im Boden, die sich bei Nässe ausdehnt und bei Trockenheit zusammenzieht. Die GWW-Häuser aus den 1950er Jahren erwiesen sich als nicht rettbar; innerhalb weniger Monate mussten alle Mietparteien ausziehen.
Jetzt also stehen die Pläne für die Bebauung. Begonnen wird mit dem unteren Abschnitt der Gesamtfläche. Das obere Drittel solle in einem zweiten Schritt zum Gewerbegebiet werden, sagt Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU), der auch Vorsitzender des GWW-Aufsichtsrats ist.
Zu den Sahnehäubchen des geplanten Gebäudekomplexes gehören acht Stadthäuser mit einer Wohnfläche mit 95 Quadratmetern. „Solche Miethäuser für Familien – so zentral gelegen und in einem der schönsten Stadtteile Wiesbadens – gibt es eigentlich gar nicht“, sagt Müller.
Diese Häuser bilden dann den Riegel zur vielbefahrenen Straße. Denn Lärm, versprechen die Bauherren, werde in diesem Komplex kein Problem sein. Die Stadthäuser sind mit querstehenden Reihenhäusern vergleichbar. Allerdings sind die gen Straße gelegenen Schallschutzfenster nicht zu öffnen. Terrassen, Balkone und Dachterrassen sind zum Innengelände ausgerichtet, das parkähnlich mit Spielplätzen, Grünflächen und Sitzgruppen angelegt werden soll. Die Gebäude sollen zwei bis vier Geschosse hoch werden. Viel Wert wird auf eine optisch abwechslungsreiche Bebauung gelegt. Unter dem Komplex ist eine Tiefgarage vorgesehen.
Neben den Familien werden in dem Komplex auch die Bedürfnisse von Senioren mit insgesamt 22 altersgerechten Wohnungen bedacht. Diese sollen 45 bis 65 Quadratmetern groß werden. Auch hier gilt wieder: Ein Teil steht zur Miete frei, ein Teil wird verkauft.
Auf dieser Seite lesen Sie Nachrichten aus Wiesbaden. Aus der Nachbarschaft informieren wir auf den Seiten über die Stadt Mainz und den Main-Taunus-Kreis.
Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie dazu bitte auf das orange Symbol.