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Wiesbaden
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05. Juli 2015

Wiesbaden: Langer Lauf in der Hitze

 Von Mirjam Ulrich
Aktiv trotz Hitze.  Foto: Schick

Rund 330 Läufer und 770 Mountainbike-Fahrer sind beim Wiesbaden-Marathon am Start. Alle zweieinhalb Kilometer steht für die Teilnehmer eine Wasserstation.

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Allein der Gedanke dürfte viele Menschen noch mehr zum Schwitzen bringen: Wiesbaden-Marathon am bislang heißesten Wochenende des Jahres. Doch die 329 Läufer und 771 Mountainbikefahrer, die an den zwei Tagen beim Trail-Run und Bike-Marathon an den Start gehen, lassen sich von den hohen Temperaturen nicht abschrecken. „Ich habe mich beim Hessischen Leichtathletikverband erkundigt, ob es wegen des Wetters Einschränkungen gibt“, sagt Wolfgang Hauck. Er ist Vorsitzender des Radsportclubs Wiesbaden (RSC), der den Wettbewerb zum vierten Mal veranstaltet. Der HLV verneinte: Jeder sei für sich selbst verantwortlich.

Und so fällt am Samstagmorgen um 9 Uhr am Jagdschloss Platte beim Trail-Run der erste Startschuss, 68 Marathonläufer laufen los. 37 Minuten später erreicht der erste von ihnen die Bergstation der Nerobergbahn, er trägt die Startnummer 314 und verschwindet wieder im Wald .

Beim Radfahren machen hohe Temperaturen nichts aus, findet der Streckenposten Tim Uhl. „Aber beim Laufen hat man keinen Fahrtwind.“ Der 37-jährige Wiesbadener ist selbst Marathonläufer und fährt im Sommer regelmäßig Straßenradrennen. Er ist Mitglied des RSC und einer der 80 Helfer beim Trail-Run. Als Streckenposten achtet er darauf, dass kein Sportler abkürzt oder sich verläuft. 2014 passierte das einem chinesischen Teilnehmer des Trail-Runs: Stundenlang lief er kreuz und quer durch Wiesbaden, ohne nach dem Weg zu fragen. Er kam erst abends ins Ziel.

Sieben große Verpflegungsstationen

Außer den Streckenposten weisen überall orangefarbene Pfeile den Weg. Alle zweieinhalb Kilometer steht eine Wasserstation. An den sieben großen Verpflegungsstationen gibt es für die Sportler insgesamt 300 Äpfel, Müsliriegel, isotonische Getränke und mehr als 250 Kilo Bananen. Damit erst gar keiner auf die Idee kommt, mit illegalen Mitteln seiner sportlichen Leistung nachzuhelfen, hat der RSC am Freitagabend wieder das jährliche Antidoping-Forum veranstaltet mit Vorträgen über Ernährung und Trainigsmethoden. „Untersuchungen ergaben, dass im Breitensport eher ältere Athleten dopen als jüngere“, berichtet Wolfgang Hauck. Im Breitensport gebe es keine Kontrollen, der RSC könne daher nur aufklären.

Am Jagdschloss Platte kommt kurz nach halb elf Uhr schon der erste Kurzstreckenläufer ins Ziel. Er hat die zehneinhalb Kilometer in etwas mehr als 42 Minuten geschafft. Die schnellste Läuferin auf der Distanz braucht rund sechs Minuten länger. Als 49. läuft Jenny Böckel ins Ziel und ist völlig überrascht, als sie in ihrer Altersklasse der Frauen unter 30 Jahren auf dem ersten Platz landet. Umso größer ist ihr Jubel bei der Siegerehrung: „Ich hätte es nicht gedacht“, sagt die 25-jährige Mainzer Studentin, die erst zum zweiten Mal bei einem Wettkampf teilnimmt. Sie wollte die Strecke unter einer Stunde laufen, doch das sei bei den steilen Steigungen und den Temperaturen nicht möglich gewesen. „Meine Freunde sagten alle, Du bist verrückt, heute zu starten, aber für dieses Ziel habe ich trainiert.“

„Schon heftig“

Das Wetter findet Stefan Müller aus Hünstetten „schon heftig“. Der Polizist ist den Halbmarathon vor der Arbeit gelaufen und kommt um 11.20 Uhr nach einer Stunde und rund 48 Minuten als Zweiter ins Ziel. Auf der 21 Kilometer langen Strecke sind die meisten Höhenmeter zu überwinden. „Ich bin noch keinen Crosslauf gelaufen, der so hart war“, sagt Müller. „Es war gut, aber ich bin auch froh, dass es rum ist.“ Er muss nun gleich zum Dienst bei der Wiesbadener Polizei.

Den Trail-Run richtet der Radsportclub seit 2013 aus. „Die Strecke ist eh schon aufwendig präpariert und ausgeschildert und der Bedarf war da“, erläutert Hauck. Inzwischen verzeichnet der RSC beim Trail-Run den stärksten Zuwachs. Die Idee zum ersten Bike-Marathon 2012 wiederum entstand, als es den Rheingau-Bike-Marathon nicht mehr gab. „Den haben wir alle vermisst.“

Am ersten Wettkampftag haben die Sanitäter kaum zu tun, erst am Sonntag müssen vier Radler nach Stürzen verarztet werden. Es gebe eher weniger Vorkommnisse als sonst, sagt Chris Lenk, der Einsatzsachbearbeiter vom Äskulap-Sanitätsdienst. „Die meisten Leute sind vernünftig.“ Von den 329 gestarteten Läufern erreichen 242 das Ziel. Allein beim Marathon brechen 30 Sportler lieber ab. Den gewinnt nach heißen drei Stunden und 56 Minuten René Strosny mit der Startnummer 314.

Der Wiesbaden-Marathon 2016 für Läufer und Mountainbikefahrer ist für den 2. / 3. Juli 2016 geplant. Weitere Infos unter wiesbadenmarathon.de.

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