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23. Januar 2015

Wiesbaden: Neues Hotel für Wiesbaden?

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Gerald Kink, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Hessen, fordert wegen Wettbewerbsverzerrung die Rückabwicklung des Kaufvertrags mit OFB.

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Wiesbadens Hotellerie blickt auf ein überraschend gutes zweites Halbjahr 2014 zurück: Trotz der bereits geschlossenen Rhein-Main-Hallen verzeichnet Wiesbaden Marketing ein Plus von 30 000 Übernachtungen gegenüber dem Jahr 2013. „Wir hatten einen gegenteiligen Trend erwartet“, berichtet Martin Michel, Leiter von Wiesbaden Marketing, auf Anfrage.

Den positiven Trend bestätigt auch Gerald Kink, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Hessen. Er ist geschäftsführender Gesellschafter des Hotel Oranien an der Platter Straße. Er bremst allerdings die Interpretation, dass Wiesbadens Hotellerie die Schließung der Rhein-Main-Hallen im Handumdrehen kompensiert hat. „Traditionell ist das erste Halbjahr im Programm der Rhein-Main-Hallen stärker, so dass sich die Schließung erst jetzt im neuen Jahr tatsächlich auch bei den Buchungen bemerkbar macht“, sagt Kink.

Die Hotels hätten sich zwar gut vorbereitet, aber auch von der Gesamtsituation profitiert: „Der Städtetourismus hat in Deutschland angezogen, was auch auf die gute wirtschaftliche Gesamtsituation zurückzuführen ist“, berichtet Kink. Ein attraktiver Standort wie Wiesbaden profitiere von diesem Trend überdurchschnittlich.

„Die Auslastung liegt im Schnitt aller Wiesbadener Häuser bei 65 Prozent“, sagt Kink. Die Zahl wirke kleiner, als sie ist. „Um das zu erreichen, muss ein Haus montags bis freitags nahezu ausgebucht sein, um schwächere Wochenenden zu kompensieren“, erklärt der Hotelier.

Wichtiger Motor

Besonders das Messe- und Kongressgeschäft sei ein wichtiger Motor. Von daher unterstütze er die Aussage, dass Wiesbaden mit der Wiedereröffnung der Rhein-Main-Hallen ein neues Hotel vertragen könne. „Der diskutierte Standort an der Ecke Wilhelmstraße und Rheinstraße ist ideal für ein Hotel im mittleren bis gehobenen Segment.“ In Spitzenzeiten halte Wiesbaden nicht genügend Zimmer vor, um den Bedarf der Veranstalter und Kunden zu decken. 300 bis 400 Zimmer, so Kink, könne Wiesbaden vertragen. „Ich bin mir sicher, dass die Rhein-Main-Hallen wirtschaftlich ein guter Erfolg werden. Das wird ein tolles Haus“, sagt er.

Angesichts dieser Erfolgsprognose zeigt sich Kink irritiert über die Aussagen des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Rathaus, Bernhard Lorenz, der gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gesagt hat, dass die Stadt nicht vom Kaufvertrag mit dem Projektentwickler zurücktreten soll. Und das, obwohl die Stadt das Grundstück unter dem eigentlichen Wert hergegeben hat – allerdings unter der Prämisse, dass im Ausgleich für das billige Bauland ein schwierig zu bauendes und kostspieliges Stadtmuseum gebaut wird.

Da die Stadt nun aus den Museumsplänen ausgestiegen ist, werde laut Kink auch der Sinn dieser Subvention hinfällig. Lorenz will das Grundstück offenbar aber auch dann zum Schleuderpreis der OFB überlassen, wenn dort neben hochpreisiger Wohnbebauung auch ein Hotel entstehen soll. Weil es so schwierig sei, Hotels rentabel zu führen, so wird Lorenz zitiert, solle die OFB das Grundstück zum subventionierten Kaufpreis behalten.

Präzedenzfall

„Da wird ein Präzedenzfall geschaffen, der Unternehmer nachdenklich macht“, sagt Kink. Ein weiteres Hotel müsse auf denselben wirtschaftlichen Grundlagen basieren wie alle anderen Betriebe der Landeshauptstadt auch. Sollte der Bau des neuen Hotels „auf teilsubventionierten Flächen“ geplant sein, so fordert Kink die Rückabwicklung des Kaufvertrags zwischen Stadt und dem Projektentwickler OFB.

Obwohl Kink Lorenz in dem Punkt Recht gibt, dass es nicht ganz einfach sei, ein Hotel rentabel zu führen, sei der Standort in fußläufiger Nähe zu den Rhein-Main-Hallen wie geschaffen für einen rentablen Hotelbetrieb. „Abgesehen davon, dass der Ort bereits als ehemaliger Standort des Hotels Viktoria historisch geradezu prädestiniert ist: Wenn da der richtige Name dran steht und die richtigen Preissegmente angeboten werden, wird das Hotel bestimmt gut angenommen“, sagt der Dehoga-Chef.

Angesichts dieser Expertise scheint die Idee, das OFB-Hotel mit billigem Bauland zu subventionieren, befremdlich. „Das geht einfach nicht. Unabhängig aller politischen Richtungen und Überzeugungen“, betont Kink. Das Geschäftskonzept eines Investors müsse zu marktgerechten Preisen auf soliden Füßen stehen, ohne auf die Starthilfe der Stadt angewiesen zu sein.

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