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Wiesbaden Phantoms: Wunsch nach Kunstrasen

Die Footballer der Wiesbaden Phantoms warten auf einen neuen Platz. Doch Oberbürgermeister Müller vertröstet sie auf das Frühjahr 2011. Von Sabine Müller

Football hat sich im Rhein-Main-Gebiet etabliert - ob in Wiesbaden oder Darmstadt (Foto).
Football hat sich im Rhein-Main-Gebiet etabliert - ob in Wiesbaden oder Darmstadt (Foto).
Foto: FR/Schick

Wer auf den Rasen- und Tunierplatz der Wiesbadens Phantoms im Europaviertel tritt, spürt es sofort unter seinen Füßen: holperige Hubbel, Dellen, Löcher. Wer hier entlang rennt, riskiert mindestens einen Bänderriss. "Das ist hier schlimm", sagt Robert Scheffler, erster Vorsitzender des American-Football-Vereins mit knapp 500 Mitgliedern, darunter 60 Cheerleader.

Eigentlich sollte der Rasenplatz im Frühjahr saniert werden. Die Gelder seien bereits im städtischen Haushalt eingestellt gewesen, sagt Scheffler. Und der Verein habe alle Heimspiele der sieben Mannschaften vorverlegt, in den Mai. "Doch dann hieß es plötzlich, es ist kein Geld da", schimpft Scheffler: "Das war eine grobe Enttäuschung." Denn der holperige Rasenplatz werde von der German Football League "nur noch mit allergrößtem Augen-zu-drücken" als Turnierort geduldet. Und wäre der Männermannschaft der Aufstieg in die Erste Bundesliga im Vorjahr geglückt, "dürften wir hier nicht mehr spielen".

Sportdezernent und Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) bedauert den verpassten Aufstieg: "Das Thema hat sich leider erledigt". Deshalb sei das mit der Sanierung des Rasenplatzes aber auch nicht mehr so drängend, findet er - und vertröstet die Footballer auf das Frühjahr 2011. Dann könne die Stadt auch die Bezirkssportanlage in Mainz-Kastel als Ausweichfläche anbieten.

Zufrieden ist Scheffler damit nicht. Ein Jahr zu warten, sei wohl möglich, meint er. Der Hallenwart könne den Rasen mit viel Walzenrollen noch eine Zeitlang bespielbar halten. Allerdings fordert der Phantoms-Vorsitzende dann für 2011 "eine vernünftige Sanierung". Die Stadt habe lediglich 20000 Euro vorgesehen - für eine Fläche doppelt so groß wie ein Fußballplatz. "Das reicht doch bei Weitem nicht", meint der Vereinsvorsitzende. Das ganze Areal gehöre umgeackert und besät. Oder am allerbesten: mit robustem Kunstrasen belegt. "Dann könnten wir auch im Winter hier trainieren". Bislang weichen die 300 Aktiven des Vereins nach Erbenheim aus, um in den kalten Wochen den Rasen zu schonen.

Herausragende Jugendarbeit

Der Kunstrasen würde rund eine Million Euro kosten, schätzt Scheffler. Die meisten Fußballplätze in Wiesbaden seien bereits entsprechend umgerüstet. Seine Forderung hält Scheffler für nicht übertrieben. "Wir machen eine tolle Jugendarbeit", sagt er. Das Flag-Footballteam der Jugend reiste 2008 als Nationalteam nach Paris zur Europameisterschaft und belegte den 4. Platz. Zwei Mal wurde der Verein mit dem Grünen Band der Dresdner Bank für herausragende Jugendarbeit ausgezeichnet. Kinder, deren Eltern knapp bei Kasse sind, bekommen Fahrtkostenzuschüsse und den Mitgliedsbeitrag erlassen.

Zudem gibt es 100 Ausrüstungen zum Ausleihen und Kooperationen mit drei Schulen. Den Platz im Europaviertel nutzen auch die Fußballer der Elly-Heuss-Schule und die Baseballspieler. Auch OB Müller schätzt den Verein: "Die machen perfekte Jugendarbeit", sagt er. Scheffler kontert: "Schulterklopfen allein hilft uns nicht."

Die Wiesbaden Phantoms beschäftigen am heutigen Abend, 11. März, den Sportausschuss, 17 Uhr, im Rathaus, Raum 22.

Autor:  Sabine Müller
Datum:  11 | 3 | 2010
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