Michael Jackson ist tot. Doch seine Musik wird von den Fans mehr denn je gewürdigt. Am kommenden Samstag wollen seine Wiesbadener Anhänger ihn mit einer speziellen Aktion ehren, einem sogenannten Tanz-Flashmob. Der Begriff führt ein wenig in die Irre. Das "Flash" steht eigentlich für das Blitzartige, mit dem eine Gruppe - also ein Mob - sich versammelt, etwas Verrücktes tut, wie zum Beispiel schreien und dann wieder unerkannt in der Menge verschwindet.
Der Organisator, Marcus Meister, hat die Jackson-Aktion aber angemeldet: "In Deutschland muss man halt aufpassen, was man macht." Vor allem der Gema, die die Urheberrechte von Musikern vertritt, hätte sonst die Aktion böse aufstoßen können.
So soll der Flashmob aussehen: Am 29. August wäre Jackson 51 Jahre alt geworden. Um seinen Geburtstag zu begehen, treffen sich die Mobber um 15 Uhr auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofes. Das Lilliencarré dort ist Sponsor, zahlt die fälligen Gebühren an die Gema. Dann laufen vom Band Hits wie "They don´t care about us" und die Teilnehmer tanzen dazu etwa fünf Minuten lang.
Einige Mädchen wollen auch live singen, Meister ist sich aber noch nicht sicher, ob nach den kurzen Proben die Qualität ausreicht. Danach wiederholt die Gruppe das Spektakel auf vier weiteren Plätzen: Luisenplatz, Rathausplatz, Mauritiusplatz und Kranzplatz. Die Teilnehmerzahl ist noch offen. Bisher haben sich erst 30 Interessierte angemeldet. Doch Meister hat eine Wiesbadener Tanzgruppe gefunden, die sich beteiligen will. Er rechnet mit 100 der 200 Mitglieder als Teilnehmer. Zudem könnte sich noch eine Mainzer Tanzgruppe anschließen.
Videos von den Tanzproben
Die Organisation läuft weitgehend übers Internet. Es gibt eine eigene Seite für den Mob, auf der auch über ähnliche Projekte in anderen Städten am Jackson-Geburtstag informiert wird. Gefunden hat sich das Organisationsteam über das Sozialforum "Wer kennt wen". In dem gibt es derzeit Hunderte von Foren, in denen die Fans den Tod des Kings of Pop verarbeiten. Ins Videoportal "Youtube" hat Meister Videos von den ersten Proben des Mobs gestellt.
Bei denen hat sich laut Meister gezeigt, wie schwer eine Choreographie mit einer Masse von Leuten einzuüben ist. Auf das Markenzeichen von Jackson, den Moonwalk, verzichten sie vielleicht ganz. Wenn überhaupt zeigen nur einzelne Könner die roboterartigen Schritte dieses Tanzes.
Der Ideengeber ist 40 Jahre alt. "Die Musik von Michael Jackson hat mich meine Kindheit durch begleitet", sagt Meister. Auch wenn er eher ein Fan von Depeche Mode gewesen sei. Aber immerhin. Seine erste Single im Plattenschrank war von Michael Jackson: "Beat it."
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