Detlev Reymann, Präsident der Fachhochschule (FH), ist "verwundert". Ihn stören die millionenschweren Zuschüsse, die die Stadt erneut aufbringen will, um der privaten European Business School (EBS) zum Rang einer Voll-Universität zu verhelfen. 25 Millionen Euro sollen Land und Stadt sich teilen.
Dieses Ausmaß der finanziellen Unterstützung einer privaten Hochschule sei "sozialpolitisch nicht neutral", heißt es in Reymanns Brief an Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU). Außerdem sei es irritierend, dass kommunale Gelder dafür verwendet werden sollen, eine "klassische" private Hochschule zu finanzieren. Dies widerspreche dem Grundsatzbeschluss der Hochschulrektoren-Konferenz.
Schreiben an Müller und die Fraktionschefs
Deren Forderung zufolge sei eine öffentliche Finanzierung nur vertretbar, wenn das Angebot neuartig und keine Konkurrenz ist. Dies sei bei der von der EBS geplanten juristische Fakultät nicht so, heißt es in dem Brief des Präsidenten. Das Schreiben an OB Müller, der auch Vorstandsvorsitzender einer Gesellschaft zur Förderung der EBS ist, ging in Kopie an Fraktionsvorsitzende des Stadtparlaments und liegt der FR vor.
Anders als die SPD-Rathausfraktion haben die Jungsozialisten (Jusos) eine feste Gegenposition zu einem öffentlichen Zuschuss für die EBS. Mit einem Antrag zum nächsten Parteitag wollen die Jusos die Parteilinie festlegen. Erika Fleuren, SPD-Mitglied des Sozialausschusses des Stadtparlaments, hatte in dessen Sitzung Mitte März hingegen erklärt, ihre Partei sei grundsätzlich für die Förderung. Die Finanzierung aber sei Sache des Landes. Bisher hat sich lediglich die Linke Liste eindeutig gegen den Geldsegen für die EBS ausgesprochen.
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