Wiesbaden
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14. Dezember 2012

Wohnungsbau: Zuwachs für Bierstadt

 Von Fabian Siegel
Lageplan des Baugebietes. Foto: Stadtplanungsamt Wiesbaden

Am nördlichen Ortsrand des Wiesbadener Stadtteils sollen bis zu 400 Wohnungen entstehen. Das Stadtplanungsamt schätzt, dass ab 2015 auf den jetzigen landwirtschaftlichen Flächen die Bagger rollen werden.

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Bisher tuckern noch die Traktoren einsam über die Felder am nördlichen Ortsrand von Bierstadt. Doch das wird sich bald ändern. Dann werden hier Kinder in den Gärten von Einfamilienhäusern spielen, Bürger auf Grünflächen entspannen und Wohnungssuchende endlich Platz finden.

Denn der Stadtplanungsschuss hat den Weg frei gemacht für 350 bis 400 neue Wohnungen, die im künftigen Baugebiet „Bierstadt-Nord“ entstehen sollen – wenn alles nach Plan läuft, vielleicht sogar schon Ende 2015.

Nach einjähriger Planungsphase der städtischen „Task-Force“ zur Baulandsuche ist für Januar kommenden Jahres ein Realisierungswettbewerb für Architekten anberaumt. Durch die Ideen von außen solle sich zeigen, wie die Vorgaben an das Gebiet umgesetzt werden, erklärt Thomas Metz, Leiter des Stadtplanungsamts. „Das 13,5 Hektar große Gebiet wurde bereits im Flächennutzungsplan 2003 ausgezeichnet“, sagt er. 75 Prozent der Wohneinheiten sollen später einmal Einfamilienhäuser sein, der Rest Geschosswohnungen. Auch eine Fläche für eine Kindertagesstätte mit Außenbereich ist vorgesehen.

Erholungsort für Familien

Als Ort der Erholung könnte eine zentral gelegene, 18.000 bis 20.000 Quadratmeter große Grünfläche dienen. Eine Größe, die einige Anwohner in der Bürgerfragestunde am Mittwoch zwar kritisierten – zu viel „wertvolles Bauland“ werde verschenkt – aber so festgelegt sei, sagt Thomas Metz. „Das ist eine Vorgabe aus den Umweltplanungen der Stadt“, sagt er. Und für Vera Gretz-Roth, Ausschussmitglied und baupolitische Sprecherin der SPD, zudem eine Lösung, die sich sehr gut ins Stadtbild eingliedere. „Die Grünfläche wird Erholungsort für Familien, Versickerungsfläche und Frischluftschneise in einem.“

Bevor Kinder auf der Wiese Fußball spielen können, stehen aber noch einige Schritte an. Ein Jahr lang wird der Realisierungswettbewerb laut Thomas Metz dauern – danach kann das Gebiet erschlossen werden. Neu sei, dass die 19 privaten Eigentümer, die rund die Hälfte des Gebiets besitzen, einen Teil der Kosten mittragen. „Wenn alles gut läuft, könnte schon Ende 2015, Anfang 2016 gebaut werden“, schätzt er.

Nicht das einzige Gebiet

Gut für Wiesbaden, denn Wohnraum werde weiterhin dringend gesucht, sagt Vera Gretz-Roth. „Wir haben hier die Situation, dass Leute gerne in der Stadt bleiben wollen, aber einfach keine Wohnung mehr finden“, sagt Gretz-Roth. 15 Prozent der Wohneinheiten sollen zum geförderten Wohnungsbau gehören. Damit werde auch sozial Schwächeren eine Chance gegeben. „Bei der aktuellen Lage sind wir froh über jedes Baugebiet.“

Bierstadt soll nicht der einzige Stadtteil bleiben, der bald Zuwachs bekommt. „Auch für drei andere Bereiche gibt es konkrete Planungen“, sagt Thomas Metz. Am weitesten vorangeschritten seien die Planungen am „Rheingau-Palais“ in Schierstein. Auf dem ehemaligen Söhnlein-Areal sollen neue Mietwohnungen entstehen – der Bebauungsplan liegt derzeit für die Bürger zur Einsicht aus. Baubeginn ist laut Metz voraussichtlich 2014.

Am „Hainweg“ in Nordenstadt läuft hingegen noch ein Realisierungswettbewerb, wie er auch in Bierstadt geplant ist. Hier sollen 550 bis 600 neue Wohnungen gebaut werden.
Außerdem laufen weiter die Planungen für das „Linde-Quartier“ in Kostheim.

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