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Buch von Daniel Domscheit-Berg: Interne Schlammschlacht

Bei der offiziellen Vorstellung seines Buches „Inside Wikileaks“ will der ehemalige Sprecher der Organisation Domscheit-Berg daher erst mal einige Dinge klarstellen.

Daniel Domscheit-Berg stellt  sein Buch Inside WikiLeaks vor.
Daniel Domscheit-Berg stellt sein Buch "Inside WikiLeaks" vor.
Foto: dpa

Das Klima ist vergiftet. Wikileaks hat seinem ehemaligen Sprecher Daniel Domscheit-Berg am Morgen Sabotage vorgeworfen. Er habe zugegeben, der Plattform zugespielte Dokumente gestohlen und das System beschädigt zu haben, mit dem Whistleblower ihre Informationen an Wikilkeaks übermitteln können. Daher müsse man nun die Plattform grundlegend überarbeiten. Wikileaks droht deshalb jetzt mit einem Gerichtsverfahren.

Bei der offiziellen Vorstellung seines Buches „Inside Wikileaks“ am Donnerstag will Domscheit-Berg daher erst mal etwas klarstellen. Er habe Wikileaks nicht bestohlen, sagt er. Die Dokumente, die er bei seinem Ausstieg im vergangenen Herbst mitgenommen hat, sollten nur „zwischengelagert“ werden, bis Wikileaks wieder für ihre Geheimhaltung garantieren könne. Im Moment sei das nicht der Fall.

Frank Rieger vom Chaos Computer Club und der Programmierer Felix von Leitner kritisierten den internen Zwist zwischen Assange und Domscheit-Berg in ihren Blogs scharf. Von Leitner schrieb von „zwei großen Kindern mit zu großem Ego“. Rieger bezeichnete den Streit als „Schlammschlacht“. In ihrer Analyse sind sich die beiden IT-Spezialisten einig: Besser hätte die US-Regierung Wikileaks nicht zersetzen können.

Dabei waren Assange und Domscheit-Berg einmal beste Freunde, wie es gleich am Anfang des Buches heißt. Und so ist „Inside Wikileaks“ auch die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei ungleichen Männern. Es ist aber auch eine Art Schelmenroman über visionäre Aktivisten, die ihre Jobs und ihr Privatleben aufgeben, um die Mächtigen der Welt zu narren und die Welt transparenter zu machen – zumindest so lange, bis das alles aus dem Ruder läuft. „Ich bin davon überzeugt, dass das Projekt genial war. Es war vielleicht nur zu genial, um beim ersten Anlauf bereits zu funktionieren“, schreibt Domscheit-Berg.

Domscheit-Berg berichtet aber auch, wie ihm sein Mitstreiter immer undurchsichtiger wird. Wie er Fragen etwa nach der Verwendung von Spendengeldern kategorisch mit der Antwort abwehrt: „Das geht euch nichts an.“ Wie er immer selbstherrlicher mit sensiblen Dokumenten umgeht und Domscheit-Berg schließlich deutschen Ordnungswahn unterstellt – Begründung: Schließlich trage er Hosen mit Bügelfalten. ( mit dpa)

Autor:  Marin Majica
Datum:  11 | 2 | 2011
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Quellen im Internet
Die Internetseite von Wikileaks mit vertraulichen Depeschen des US-Außenministeriums.

Nachlesen, was Wikileaks im Spiegel, beim Guardian oder auf der eigenen Website über deutsche Politiker oder den Irakkrieg schreibt.

Video
Wikileaks-Aktivisten haben angekündigt, das sie neues Material veröffentlichen werden.

Bevor Wikileaks brisante Dokumente veröffentlicht, werden ausgewählte Medien zur Analyse der Daten aufgefordert und erhalten die Story dafür.

Das Gesicht von Wikileaks
Der Wikileaks-Chef und Gründer, Julian Assange, bei den New Media Days in Kopenhagen, Dänemark. Assange gründete 2007 das Enthüllungsnetzwerk Wikileaks.

Julian Assange, australischer Internet-Aktivist, ärgert weltweit Behörden, Geheimdienste, Militärs und Diplomaten.

Debatte
Das US-Außenministerium und das Pentagon fürchten die Sprengkraft der Geheimdokumente, die Wikileaks in Kürze veröffentlichen will.

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