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Julian Assange, Bradley Manning und Wikileaks
Wikileaks: Hintergründe und Analysen

15. Dezember 2010

Wikileaks: US-Luftwaffe sperrt Spiegel Online

Die Depesche, in der Bundeskanzlerin Merkel mit Angela "Teflon" Merkel betitelt ist. Foto: dpa

Soldaten der US-Luftwaffe können von ihren Dienstrechnern nicht mehr auf Nachrichtenseiten zugreifen, die von der Internetplattform Wikileaks enthüllte US-Diplomatendepeschen veröffentlichen. Army und Navy haben dagegen keine Sperre eingerichtet.

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Soldaten der US-Luftwaffe können von ihren Dienstrechnern nicht mehr auf Nachrichtenseiten zugreifen, die von der Internetplattform Wikileaks enthüllte US-Diplomatendepeschen veröffentlichen. Army und Navy haben dagegen keine Sperre eingerichtet.

Washington –  

Die amerikanische Luftwaffe hat wegen der Veröffentlichung von Wikileaks-Dokumenten den Zugang zu beteiligten Medien wie „New York Times“, „Guardian“ oder „Spiegel“ von ihren Computern aus gesperrt. Eine Sprecherin der Air Force bestätigte dem „Wall Street Journal“ vom Mittwoch, dass insgesamt 25 Websites blockiert werden. Sie wollte sie nicht nennen, dementierte aber nicht, dass auch Medien-Seiten darunter sein können. Der Zeitung zufolge taucht beim Ansteuern der Websites von Air-Force-Computern aus die Nachricht „Zugang verweigert“ auf dem Bildschirm auf.

Betroffen seien auch andere Medien wie die französische Tageszeitung „Le Monde“ oder die spanische „El Pais“. Sie alle hatten Dokumente aus dem Wikileaks-Fundus veröffentlicht und ausführliche darüber berichtet. In den USA wird derzeit über die Rolle der „New York Times“ diskutiert, da sie als amerikanische Zeitung geheime US- Dokumente veröffentlichte. Das Blatt hatte allerdings vor der Veröffentlichung von Diplomaten-Depeschen Kontakt zu den Behörden gesucht, um die Gefährdung von Menschenleben durch Preisgabe der Informationen zu verhindern.

Angehörige der Bodentruppen oder der Marine könnten die Medien-Websites weiterhin besuchen, berichtete die Zeitung weiter. Das US-Verteidigungsministerium hatte lediglich grundsätzlich davor gewarnt, die Wikileaks-Seiten zu besuchen oder sich Dokumente von dort herunterzuladen. Die Regierung vertritt den Standpunkt, dass geheime Dokument nur von Berechtigten eingesehen werden dürfen, selbst wenn sie durch Wikileaks einer großen Öffentlichkeit bekanntgemacht wurden. Kritiker sehen in der Sperrung einen Verstoß gegen des ersten Verfassungszusatz der USA, der die Meinungsfreiheit garantiert. (dpa)

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