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Wintersport
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29. Dezember 2015

Skispringen: Ein famoser Beginn

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Severin Freund fliegt in Oberstdorf zum Sieg.  Foto: dpa

Severin Freund gewinnt in Oberstdorf das Auftaktspringen der Vierschanzentournee, bremst aber die Euphorie. Topfavorit Peter Prevc landet nur auf dem dritten Rang.

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Das fängt ja mal gut an. Seit 14 Jahren schon warten die deutschen Skisprungfans auf einen Gesamtsieg eines deutschen Athleten bei der Vierschanzentournee. Wenn man den Rückenwind, der Severin Freund am Dienstagabend vom fünften Rang nach dem ersten Durchgang nach ganz oben auf das Podest hievte, als himmlischen Fingerzeig bewerten will, dann braucht es nur noch sechs Sprünge, bis ein Nachfolger für den Überflieger Sven Hannawald gefunden ist. Es war zum einen ein glücklicher „Hauch“, so drückte es der Sieger später in seiner ihm eigenen, unaufgeregten Art aus, und zum anderen die „Thermik“ aus fast 25500 Kehlen (ein paar Österreicher nicht mitgezählt), die den Niederbayer nach 137,5 Metern landen ließen. An dieser Weite biss sich auch der große Favorit der diesjährigen Tour, Peter Prevc, die Zähne aus. Der Slowene war der ihm zugewiesenen Rolle als Primus im ersten Akt souverän gerecht geworden und auf Platz eins gelandet.

Im zweiten Durchgang ging es bei den besten Weitenjägern dann drunter und drüber. Wegen ständig wechselnden Windes verlegte die Jury den Anlauf mal drei „Stufen“ nach unten, um wenig später die Springer wieder ein Stück weiter nach oben zu beordern. Freund blieb davon scheinbar unbeeindruckt. Mit dem bis dato weitesten Satz des Abends setzte er die vor ihm platzierte Konkurrenz mächtig unter Druck. Das blieb nicht ohne Wirkung. Weder der Überraschungs-Tournee-Sieger des Vorjahres, Stefan Kraft (Österreich) noch einer der im ersten Durchgang vor Kraft und Selbstvertrauen nur so strotzenden jungen Norwegen kam an Freund vorbei. Prevc rutschte noch hinter dem besten Austria-Airliner Michael Hayböck auf Rang drei zurück.

Spezielles Trainingsprogramm

„Mal hast du den Hauch von vorne, mal hast du ihn von hinten“, analysierte Freund recht nüchtern, was das gut 2200 Meter hohe Nebelhorn zuvor leicht beben ließ. Der Sieger, der ganz nebenbei seinen 21. Weltcuperfolg feierte, war es, der höchstpersönlich auf die Euphorie-Bremse trat.

Wegen des Hin und Hers beim Anlauf “das ist uns brutal reingelaufen, das verzerrt ein bisschen“, sollte man das Ergebnis „nicht allzu hochhängen“, meinte Freund. Wie sehr der 27-Jährige aber mit diesem Sieg schon mehr als nur ein bisschen Frieden mit der Vierschanzentournee geschlossen hatte, zeigten die Momente, als feststand, der Niederbayer würde die Karawane als Erster anführen, die am heutigen Tag aus dem Allgäu ins Werdenfelser Land zieht, wo am Neujahrstag der zweite Teil des Vierakters in Garmisch-Partenkirchen über den Olympia-Bakken geht. Severin Freund ist der amtierende Gesamtweltcupsieger, Skiflugweltmeister und Mannschafts-Olympiasieger, nur bei der Flugshow der Vierschanzentournee spielte er bislang eine Nebenrolle. Rang sieben ist sein bis jetzt bestes Resultat bei der Endabrechnung. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Der Mann aus Rastbüchel im Bayrischen Wald bringt die Lockerheit und die Form mit, um ein neues, deutsches Kapitel ins Geschichtsbuch des Skispringens zu schreiben.

Werner Schuster, der Chef-Trainer des Deutschen Skiverbandes, hat seinen Flugkünstlern ein spezielles Vorbereitungsprogramm verordnet. Im Sommer hat die gesamte Besatzung die Vielfliegerei zwischen Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen bis ins Detail imitieren lassen. Übernachten in den selben Hotels wie im Winter, springen zu genau den gleichen Zeiten und Ortswechsel mit Abfahrt und Ankunft wie im „Ernstfall.“

Sowohl psychisch als auch physisch hat die Simulation offensichtlich die beabsichtigte Wirkung erzielt. Die deutschen Springer, im ersten Durchgang vom launischen Wind nicht gerade verwöhnt, behielten die Nerven und präsentierten sich beim zweiten Versuch durchweg in guter Form. Richard Freitag (Aue) sprang von Rang zwölf auf neun vor. Andreas Wank (Hinterzarten), der Willinger Stephan Lehye und Andreas Wellinger (Ruhpolding) bilden als 13., 14. und 15. einen guten deutschen Mittelblock. Die Führung in der Alterswertung verpasste der 36 Jahre Lokalmatador Michael Neumayer (Oberstdorf) als 19. deutlich, weil die japanische Skisprung-Legende Noriaka Kasai (5.) im zarten Alter von 43 Jahren erneut mittenhinein in die Phalanx der jungen Hüpfer sprang. Das treffende Fazit einer aus deutscher Sicht ebenso glücklichen wie gelungenen Show zog Andreas Wank: „Das wird eine schöne Tournee.“ Voll wird es auf jeden Fall: Garmisch-Partenkirchen ist längst ausverkauft.

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