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Das Depot: Ein offenes Haus für alle

Blick ins Foyer der Frankfurter Rundschau
Blick ins Foyer der Frankfurter Rundschau
Foto: FR/Arnold

Das Winterlicht lässt das stählerne Skelett, die gemauerten Backsteinbögen über den hohen Fenstern geradezu plastisch erscheinen. In der großen Eingangshalle des neuen Verlagshauses der FR vermag der Besucher die Spuren der Geschichte dieses Ortes noch wahrzunehmen. Sie reichen 110 Jahre zurück.

Am 22. März 1899, frühmorgens, rückte aus der neuen Halle nahe des Frankfurter Südbahnhofs die erste elektrische Straßenbahn auf die Stadtstrecke aus. Am nächsten Tag berichteten die Frankfurter Nachrichten: "Vom neuen Depot in der Hedderichstraße begann die Fahrt. Die Wagen machten schon von außen einen äußerst eleganten Eindruck. Zwischen zwei am Dach angebrachten Routenschildern steht das farbige Schild, das die Linie anzeigt, und wird von Reflektoren erhellt."

Es war damals der Aufbruch in eine neue Ära des öffentlichen Nahverkehrs. Und jetzt, gleichsam in der Schale des heute denkmalgeschützten Depot-Gebäudes, beginnt die FR ein neues Kapitel ihrer Geschichte. Der Anspruch, den Karlheinz Kroke formuliert, ist ehrgeizig. "Wir haben hier die modernste Zeitungsredaktion in Deutschland", sagt der Geschäftsführer des Druck- und Verlagshauses Frankfurt (DUV), "unser Modell ist einzigartig."

Das neue Verlagshaus steht am Ende einer langen Geschichte. Sechs Straßenbahnlinien begannen und endeten in den Jahren der Weimarer Republik auf dem Grundstück. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Depot nahezu unbeschädigt, zwei Bombenangriffe im Oktober 1943 und im März 1944 zerstörten lediglich "einen Triebwagen, zwei Beiwagen und drei Arbeits-Triebwagen".

Am 6. Juli 2003 rumpelte die letzte Straßenbahn vom gepflasterten Hof des Depots - und die städtische Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) suchte nach einer neuen Nutzung des Geländes. Es war der frühere Frankfurter Planungsdezernent und heutige Projektentwickler Martin Wentz, der das Potenzial des brachliegenden Grundstücks erkannte. Er machte das DUV, in dem die FR erscheint, 2005 auf die Chance aufmerksam.

Jetzt ist das Verlagshaus mit der Adresse Karl-Gerold-Platz 1 der Mittelpunkt eines neuen Stadtquartiers geworden - gleich nebenan liegt das Bibliothekszentrum Süd der Stadt Frankfurt, es finden sich Wohnhäuser, ein Restaurant, ein großer Supermarkt - ja, selbst ein kleiner Bouleplatz lädt zum Verweilen ein.

Klaus Stiller, Sprecher der Investorengemeinschaft für das Depot-Areal, betont das Zusammenwirken von "Arbeiten und Wohnen, Einkaufen, Leben und Freizeit". Es ist ein großstädtisches Ambiente ringsum, alte Wohngebäude, die teils aus dem 19. Jahrhundert stammen, wie auch der Südbahnhof mit seinem schönen Wochenmarkt, der nur ein paar Schritte entfernt liegt.

U-Bahnen und S-Bahnen kommen hier an, Straßenbahnen stoppen - für die FR ein idealer Standort. Denn das Zeitungshaus will künftig mehr denn je auch "Kommunikationszentrum für die ganze Stadt" sein.

Und da spielt die Eingangshalle zur Textorstraße hin, das Forum, eine zentrale Rolle. Hier ist der Empfang untergebracht und auch der FR-Shop. Die Mitarbeiterinnen sind werktäglich von 10 bis 18 Uhr für die Leser und Besucher da. Hier können Sie FR-Reisen buchen, Abonnements bestellen und aus dem reichhaltigen FR-Programm von Büchern und Medien auswählen. Hier können Sie Tickets für die verschiedensten Veranstaltungen erhalten.

Autor:  Claus-Jürgen Göpfert
Datum:  29 | 6 | 2010
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