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Stellungnahme Chefredaktion Geschäftsführung: Die Kräfte bündeln

Die Chefredakteure der Frankfurter Rundschau, Joachim Frank und Rouven Schellenberger, sowie Geschäftsführer Karlheinz Kroke nehmen Stellung zur Umstrukturierung der FR-Redaktion.

Das Verlagsgebäude der Frankfurter Rundschau im Stadtteil Sachsenhausen.  Foto: Alex Kraus

Drastische Verluste des Verlags der Frankfurter Rundschau bei Anzeigengeschäft und Erlösen im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise zwingen Gesellschafter, Verlagsgeschäftsführung und Chefredaktion zu Veränderungen in der Produktion der Zeitung. Unser oberstes Ziel ist es, die Rundschau als wichtige publizistische Stimme zu erhalten und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, trotz wirtschaftlicher Zwänge auch weiterhin täglich ein hochwertiges redaktionelles Angebot machen zu können. Dazu haben wir intensiv nach Wegen gesucht und glauben, dass wir die Frankfurter Rundschau im Verbund mit den anderen Zeitungstiteln der Mediengruppe M. DuMont Schauberg in eine Zukunft führen können, die neben dem hohen publizistischen Anspruch auch wirtschaftliche Stabilität garantiert.

Wir werden den überregionalen Teil der Zeitung künftig in Berlin in einem Verbund erstellen. Der Anspruch wird sein, aus einer gemeinsamen Redaktion zwei Zeitungen mit je eigener Gestalt zu produzieren: die Frankfurter Rundschau und die Berliner Zeitung. Es geht um größtmögliche Eigenständigkeit der Titel bei gleichzeitiger Bündelung der Kräfte. Um das sicherzustellen, sollen die einzelnen Ressorts von Doppelspitzen geführt werden, die Tradition und Erfahrung beider Zeitungen repräsentieren. Korrespondenten der Ressorts Wirtschaft, Sport und Feuilleton werden weiterhin in Frankfurt arbeiten.

Rouven Schellenberger ist Chefredakteur der Frankfurter Rundschau.
Rouven Schellenberger ist Chefredakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: Andreas Arnold

Überdies werden ausgewiesene Autoren, die für thematische Schwerpunkte der Frankfurter Rundschau stehen und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, vertraut sind, an die Zeitung gebunden und für sie tätig bleiben.

Die Bereiche Digital sowie die Berichterstattung aus der Stadt Frankfurt und der Region sind entscheidend für die Zukunft der Zeitung. Das iPad-Angebot mit der App der Frankfurter Rundschau ist ein voller Erfolg. Der Markt dafür steckt aber in den Kinderschuhen, so dass sich hier derzeit noch nicht die Erlöse erzielen lassen, die der Verlag auf den klassischen Printmärkten eingebüßt hat. Deshalb wollen wir sie – trotz aller finanziellen Zwänge – so aufstellen, dass sie im Wettbewerb bestehen können.

Joachim Frank ist Chefredakteur der Frankfurter Rundschau.
Joachim Frank ist Chefredakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: Andreas Arnold

Die Rhein-Main-Redaktion und die Stadt-Redaktion Frankfurt bleiben in bekannter Stärke erhalten, die Stadt-Redaktion wird sogar personell verstärkt. Beide Einheiten werden dabei näher zusammenrücken und unter eine gemeinsame Führung gestellt werden. Die Berichterstattung aus der Region wird in einer neuen Organisation in gewohnter Qualität fortgeführt. Die im Jahr 2010 vorgenommene Ausweitung unserer Regionalberichterstattung mit zusätzlichen Lokalausgaben hat sich bewährt. Es ist uns gelungen, neue Leser an uns zu binden. Darum wollen wir auf diesem Weg weitergehen.

Am Standort Frankfurt entsteht das digitale Redaktionszentrum der Mediengruppe M. DuMont Schauberg. Hier werden künftig die Online-Ausgaben und die iPad-Versionen von Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung produziert und gesteuert. Dies ist ein Bekenntnis der Eigentümer zum Standort Frankfurt und ein wichtiges Signal. Auch hier werden in einem Wachstumssegment neue Arbeitsplätze entstehen.

 Karlheinz Kroke ist des Geschäftsführer des Druck- und Verlagshauses Frankfurt a.M., in dem die Frankfurter Rundschau erscheint.
Karlheinz Kroke ist des Geschäftsführer des Druck- und Verlagshauses Frankfurt a.M., in dem die Frankfurter Rundschau erscheint.
Foto: Rolf Oeser

Wir sind aber auch zu der schmerzlichen Erkenntnis gelangt, dass die Zukunft der Frankfurter Rundschau nicht ohne den Verlust von Arbeitsplätzen zu sichern ist. In der alten Struktur müssen 88 Arbeitsplätze abgebaut werden. Da mit der Umstrukturierung des Druck- und Verlagshauses aber auch neue Arbeitsplätze entstehen, müssen wir von einem bereinigten Verlust von etwa 44 Stellen ausgehen. Wir wissen um die Härten für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen. Wir werden alles daransetzen, diese Härten zu mildern und sozial abzufedern. Schon am Montag werden wir Gespräche und Verhandlungen mit Betriebsrat und Gewerkschaften aufnehmen.

Die Entscheidung für diesen Weg, so unumgänglich er ist, ist uns sehr schwergefallen. Gerade weil wir erleben, mit welchem Einsatz, welcher Professionalität und Leidenschaft die Redaktion für Sie jeden Tag eine profilierte und vielfältige Zeitung erstellt. An diesem Anspruch halten wir gemeinsam mit der Redaktion fest.

Joachim Frank und Rouven Schellenberger, Chefredakteure
Karlheinz Kroke, Geschäftsführer

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Datum:  1 | 4 | 2011
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