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01. März 2013

Eigentümer-Wechsel: Die Frankfurter Rundschau bleibt linksliberal

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Drei Männer, drei Blätter: Trevisan, Festerling, Homrighausen (v.l.). Foto: Getty Images

Die neuen Eigentümer der Frankfurter Rundschau versichern, dass es keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil des Blattes geben wird.

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Im Saal des Frankfurter Presseclubs drängen sich so viele Medienvertreter wie noch nie. Die Fotografen und Kameraleute fokussieren drei Männer, die drei Zeitungen halten: die Frankfurter Rundschau, die Frankfurter Allgemeine (FAZ) und die Frankfurter Neue Presse (FNP). Sie sind jetzt wirtschaftlich verbunden. Es ist ein Einschnitt in der mehr als 67-jährigen Geschichte der FR: Vom heutigen Freitag an gibt es eine neue „Frankfurter Rundschau GmbH“.

Sie gehört zu 55 Prozent der Frankfurter Societät GmbH und zu 35 Prozent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung GmbH – die Karl-Gerold-Stiftung, gegründet vom früheren FR-Herausgeber, hält noch zehn Prozent.

Eine zentrale Botschaft wollen FAZ-Geschäftsführer Tobias Trevisan, Societät-Geschäftsführer Hans Homrighausen, aber auch FR-Chefredakteur Arnd Festerling vermitteln. An der politischen, linksliberalen Ausrichtung der FR werde sich nichts ändern. „Es ist nicht die Absicht der Gesellschafter, auf das politische Profil Einfluss zu nehmen“, versichert Trevisan.

"Starke Verankerung in Frankfurt"

Und Homrighausen fügt hinzu, die FR werde „eine linksliberale Tageszeitung“ bleiben „mit starker Verankerung in Frankfurt und der Region und mit Blick in die Republik hinein“. Als die Journalisten noch einmal ungläubig nachfragen, warum die konservative FAZ die linksliberale Konkurrenz gekauft habe, sagt Trevisan: „Wir respektieren die Demokratie – in einer Demokratie gibt es unterschiedliche Meinungen!“

Die neue Rundschau GmbH hält die FR-Titelrechte. 28 Redakteurinnen und Redakteure werden in Frankfurt weiter für sie arbeiten. Dazu kommen wie bisher schon Journalisten des Pressedienstes Frankfurt (PDF) sowie freie Mitarbeiter und Autoren. Chefredakteur Festerling sagt, dass insgesamt etwa 100 Personen derzeit für die FR tätig sind.

Koops auf dem Prüfstand

Ihre Zahl soll künftig wieder wachsen. Homrighausen kündigt an, dass bis Ende des Jahres etwa 40 PDF-Angehörige für die FR arbeiten sollen, derzeit sind es 28. Die Außenredaktionen im Rhein-Main-Gebiet sind künftig ausschließlich mit PDF-Leuten besetzt. Bis Ende Mai bleibt es außerdem dabei, dass die DuMont- Redaktionsgemeinschaft in Berlin die Mantelseiten der Zeitung zuliefert. Es laufen Gespräche, diese Zusammenarbeit auch danach weiterzuführen.

Aber nicht nur diese Kooperation steht auf dem Prüfstand. Homrighausen gibt bekannt, dass auch das kleine Tabloid-Format der FR unter die Lupe genommen wird. Er schließt nicht aus, dass die Zeitung wieder ihr altes, größeres Format bekommt: „Wir werden versuchen, zu klären, was die richtige Einschätzung ist – es gibt zwei Lager.“

Auch die digitalen Produkte der FR bleiben natürlich erhalten und werden weitergeführt. Auch hier denken die Gesellschafter über einen Ausbau und neue Formen nach – Homrighausen sprach von einem „Diskussionsprozess“.

Umzug ins Gallus

Das FR-Verlagshaus in Sachsenhausen am Karl-Gerold-Platz bleibt nur noch bis Ende Mai Sitz der Zeitung. Danach wird die Redaktion an die Frankenallee im Gallus in das Gebäude der Frankfurter Societät GmbH umziehen.

Für die Karl-Gerold-Stiftung sagte ihr Kuratoriums-Sprecher, der frühere FR-Chefredakteur Roderich Reifenrath: „Für uns ist entscheidend, dass die FR nicht einfach vom Markt verschwindet.“ Die Stiftung habe den neuen Eigentumsverhältnissen zugestimmt, weil die Grundhaltung der Zeitung unverändert bleibe und das Redaktionsstatut übernommen werde. Die Stiftung behalte ein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen, etwa bei der Auswahl des Chefredakteurs. Arnd Festerling will nur noch für eine Übergangszeit Chefredakteur bleiben – und gemeinsam mit den Gesellschaftern einen Nachfolger suchen. Festerling möchte aber weiter in der FR-Redaktion arbeiten. Chefredakteur Rouven Schellenberger scheidet aus seinem Amt aus und verlässt die Zeitung.

Die neuen Besitzer bedauerten ausdrücklich, dass so viele FR-Beschäftigte ihre Arbeit verlieren. Es überwiege aber die Freude, „dass es gelungen ist, die Frankfurter Rundschau zu retten“, sagt Homrighausen.

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