Türme, die weit nach oben in die Seite ragen. Literatur, in Szene gesetzt mit einer großen Sprechblase. Das Hin und Her für Fluggäste in Streikzeiten, dargestellt als Kondensstreifen in Fragezeichenform. Die Kunst, Leser zu packen, ist auch eine Sache der Gestaltung. Und die gelingt der Frankfurter Rundschau ausgezeichnet gut.
Das erklärte die Jury zur Preisverleihung an die iPad-App der Frankfurter Rundschau: „Die Frankfurter Rundschau gehört zu den Pionieren im Bereich der iPad-Apps. Man versucht nicht, die komplette Printausgabe aufs iPad zu bringen, sondern präsentiert vielmehr ein Best-Of mit starker Magazin-Optik.
Der Beginn eines Artikels wird mit einem großen Foto gestartet, ganz wie es bei Illustrierten üblich ist. Durch den Einsatz der gleichen Schriften wie in der gedruckten FR gelingt es, die Print-Anmutung auf das iPad zu übertragen. Die Navigation ist klar und erfolgt intuitiv. Weiterführende Angebote wie Bildergalerien, Infotexte oder Videos sind gut gekennzeichnet. Die Frankfurter Rundschau präsentiert eine iPad-Applikation, die die Erwartungen an dieses neue Medium perfekt erfüllt.“
Das sagen die Juroren von Europas größtem Zeitungswettbewerb: Infografik, Beilagen und Titelseiten sind die Rubriken, in denen FR-Chefredakteur Rouven Schellenberger in Wien den European Newspaper Award entgegen nehmen konnte.
Eine der fünf Hauptauszeichnungen ging an die digitale Version der FR auf dem iPad. Seit September produziert die Multimedia-Redaktion täglich die App. Sie enthält Texte aus der Zeitung, interaktiv aufbereitet und multimedial ergänzt – mit zusätzlichen Fotos, Videos, Leseproben oder Geräuschen. Das nutzt die Stärken des Geräts.
Schellenberger sagte, Tablet-PC erweiterten die Gestaltungsmöglichkeiten der Zeitung beträchtlich. „Die Leser wollen Texte nicht nur lesen, sondern erleben und spüren.“ Auch lange Stücke würden digital konsumiert, wenn sie gut sind und außergewöhnlich präsentiert werden.
Multimedialität werde dort gewählt, wo sie sinnvoll ist. Zwei bis drei Videos kommen pro Ausgabe hinein. Und in der Wissenschaft lasse die FR den Frosch, der beschrieben werde, auch quaken. Bilder sind auf dem iPad keine Platzverschwendung mehr, man kann sie vergrößern oder auch als Serie anbieten. Wesentlich seien auch die interaktiven Elemente.
Nach unten ausklappbare Seiten sind für Zeitungsredakteure ein Traum – im iPad ist er Realität.

Die Zukunft der Frankfurter Rundschau ist gesichert. Die Eigentümer betonen, es gibt keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil. Chefredakteur Festerling blickt nach vorne: "Wir haben einiges vor."

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