In Deutschland ist ein millionenschwerer Betrug mit Medikamenten für HIV-Kranke aufgeflogen. Präparate, die von Hilfsorganisationen für HIV-Kranke in Südafrika bestimmt waren, wurden auf illegalem Wege nach Deutschland gebracht und gelangten über den Arzneimittelgroßhandel und die Apotheken in den Verkauf. Bundesweit ermitteln deshalb die Staatsanwaltschaften gegen Importeure von Arzneimitteln. Insgesamt sollen über 10000 Packungen der hier nicht zugelassenen Präparate in Deutschland verkauft worden sein.
Firmen dementieren Vorwürfe
Bi ihren Ermittlungen haben die Staatsanwaltschaften bislang die Medikamente Combivir, Trizivir und Epivir von GlaxoSmithKline und Viramune von Boehringer Ingelheim sichergestellt. Für deutsche Aids-Patienten ist durch den illegalen Import der Präparate aber nach bisherigen Erkenntnissen keine Gefahr entstanden. Alle untersuchten Medikamente waren Originalprodukte. Auch konnte bislang keine Beschädigung der Arzneien durch eine Unterbrechung der Kühlkette festgestellt werden. Die Originalmedikamente hätten in Deutschland nicht verkauft werden dürfen, weil sie in gefälschte Verpackungen in deutscher Sprache umgepackt worden sind. Medikamentenverpackungen müssen durch die Behörden zugelassen werden.
Im Verdacht illegal Medikamente nach Deutschland gebracht zu haben, stehen der Arzneimittelimporteur Emra/MPA aus Trittau bei Hamburg sowie mindestens zwei weitere Unternehmen. Die Staatsanwaltschaft Lübeck ermittelt gegen die Geschäftsführer des Unternehmens. Emra/MPA soll Mitte 2010 zweimal 300 Packungen des HIV-Medikaments Norvir (Ritonavir) aus Südafrika über Länder wie die Schweiz, Belgien und Großbritannien illegal nach Deutschland importiert haben.
Emra/MPA wies die Vorwürfe gestern streng zurück. „Wir sind nicht an diesen Vorgängen beteiligt“, teilte das Unternehmen mit. Es sei allerdings nicht auszuschließen, dass auf einer früheren Handelsstufe betrogen worden sei und das Unternehmen diesem Betrug zum Opfer gefallen sei. Im November vergangenen Jahres waren zudem bereits die Geschäftsräume des Arzneimittelimporteurs CC Pharma wegen des Verdachts des illegalen Imports von HIV-Arzneimitteln durchsucht worden. Auch CC Pharma wies sämtliche Vorwürfe von sich.
Durch den illegalen Import von Arzneimitteln gelangten die Händler deutlich günstiger in den Besitz der Medikamente, die sie dann zu deutschen Preisen weiterverkauften. Den Krankenkassen soll dadurch ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe entstanden sein, wie ein Sprecher der AOK Niedersachsen sagte, die die Ermittlungen für die Krankenkassen koordiniert.
Die Deutsche Aids-Hilfe kritisierte vehement, dass südafrikanischen Patienten Arzneien vorenthalten worden seien, um damit in Deutschland Geschäfte zu machen. Sie kritisierte auch die hohen Preise für HIV-Präparate in Deutschland. „Es ist kein Zufall, dass die Mittel in Deutschland auf den Markt gebracht wurden“, sagte Vorstand Winfried Holz. „Die völlig überzogenen Preise in Deutschland bedeuten für die Betrüger besonders hohe Gewinne.“
Die Enttarnung geheimer Geschäfte in Steueroasen beschäftigt Politik und Wirtschaft. Berichte und Hintergründe finden Sie in der Offshore Leaks-Themensammlung.
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22% | Ja, finde ich gut. Die Unternehmen ernennen von sich aus keine Frauen. |
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67% | Nein, ich bin dagegen. Die Qualifikation ist wichtiger als das Geschlecht. |
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11% | Ist egal, für die Wirtschaft ist das nicht entscheidend. |

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