Herr Dirks, mit welchem Handy telefonieren Sie?
Mit einem iPhone. Ich muss gestehen, ich bin Apple-Fan.
Thorsten Dirks (47) ist seit Januar 2007 Vorsitzender der Geschäftsführung
von E-Plus. 1996 kam er zu der Tochter-
Gesellschaft der niederländischen
KPN. Der Diplom-Ingenieur kümmerte sich um die Sparten Innovation und Netz. Er ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass E-Plus seit 2005 auf eine Strategie mit mehreren Marken setzt.
Das Unternehmen führte damals den Billiganbieter Simyo ein, der dafür
sorgte, dass das Preisniveau für Handy-Telefonate auf dem Markt massiv
gedrückt wurde. Inzwischen ist Base
die wichtigste Marke des Unternehmens, das mit rund 20,4 Millionen Kunden
der drittgrößte Mobilfunker in Deutschland ist. fw
Das muss dann ein importiertes iPhone sein, da E-Plus als einziger Mobilfunknetzbetreiber keine Vertriebsvereinbarung mit Apple hat.
Wir werden im Moment innerhalb der Konzerngruppe beliefert, die einen Vertrag mit Apple hat. Nur kann Apple derzeit für alle Anbieter leider nur mit Verzögerung liefern.
Das iPhone ist also nach wie vor heiß begehrt?
Die Nachfrage ist groß. Apple hat mit dem Gerät den Smartphone-Markt aufgerollt. Dafür muss man Apple loben. Es gibt inzwischen allerdings auch eine Reihe von attraktiven und leistungsstarken Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android.
Ende nächster Woche beginnt die wichtige Mobilfunkmesse in Barcelona. Welche neuen Geräte und welche neuen Dienste werden wir dort sehen?
Die Leistung der Prozessoren in den Geräten nimmt enorm zu. Hinzu kommen erheblich größere Arbeitsspeicher. Zugleich erhöht sich die Batterielaufzeit trotz größerer Rechenleistung.
Und was hat der Nutzer davon?
Diese Mini-Computer, mit denen man auch telefonieren kann, werden schneller und komfortabler in der Nutzung. Wir sehen ein Feld der Anwendung, auf dem sich derzeit viele positionieren: Das ist das Thema Spiele, die werden komplexer und erheblich attraktiver in puncto grafische Darstellung.
Auch von der sogenannten Near Field Communication ist viel die Rede. Was halten Sie davon?
Viel. Das Bezahlen mit dem Handy wird ein Riesenthema. Mit NFC können sie einen Mietwagen buchen, das Auto öffnen und starten und die Abrechnung wird gleich vollautomatisch erledigt. Solche Anwendungen werden demnächst Massenmarktanwendungen.
Werden auch Tablet-PC wie das iPad von Apple zu einem Produkt für den Massenmarkt?
Natürlich entsteht da ein neuer Massenmarkt. Der wird aber in erster Linie die Medien und die Mediennutzung verändern.
Aber davon kann doch auch E-Plus profitieren, weil die Kunden für die mobile Nutzung der Geräte mehr Bandbreite brauchen.
Das stimmt. Die Netze dafür bauen wir. Damit ist die Entwicklung aber nicht abgeschlossen. Der nächste Schritt ist dann, dass Mobilfunktechnik den normalen Festnetz-Breitbandanschluss zu Hause komplett ersetzen kann. Das bringt mehr Wettbewerb für die gesamte Branche. Und auch da werden wir dabei sein.
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