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19. September 2010

"Sanierungsprämien": HRE-Personal macht Kasse

 Von Thomas Magenheim
Ein Bild aus vergangenen Zeiten: Die Zentrale der Hypo Real Estate Holding AG in Unterschleißheim bei München. Foto: dapd

1400 Mitarbeiter der maroden Staatsbank erhalten 25 Millionen als „Sanierungsprämie“. Praktisch die gesamte Belegschaft erhält Sonderzahlungen.

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München –  

Die marode Staatsbank Hypo Real Estate (HRE) sorgt erneut für Empörung. Obwohl das Münchner Kriseninstitut soeben weitere 40 Milliarden Euro Staatsgarantien beansprucht und 2009 rund 2,2 Milliarden Euro Verlust verbucht hat, erhalten 1400 Mitarbeiter unterhalb des Vorstands für das Vorjahr Boni im Umfang von 25 Millionen Euro.

Damit wird praktisch die gesamte Belegschaft mit Sonderzahlungen bedacht, bestätigte ein HRE-Sprecher der FR. Es handle sich aber nicht um Extrageld für das operative Geschäft, sondern eine Art Sanierungsprämie. Die HRE ist auf Schrumpfkurs und vor der Abspaltung einer Bad Bank in nie dagewesenem Ausmaß.

Politiker der Koalitionsregierung und Oppositionsparteien zeigten sich empört über die Millionenboni und forderten teils die Abwicklung der Skandalbank. Sie drohe, zur unendlichen Geschichte für den Steuerzahler zu werden, der das Institut mit 142 Milliarden Euro Staatsgarantien stützt und Kapitalspritzen im Umfang von acht Milliarden Euro finanziert. „Niemand hat Verständnis für ein solches rücksichtloses Verhalten zu Lasten der Allgemeinheit“, rügte der finanzpolitische Sprecher der Grünen, Gerhard Schick, das Kassieren der Millionenboni durch das HRE-Personal.

Die sind seit Monaten Zankapfel. Ende März war Ex-Bankchef Axel Wieandt zurückgetreten, weil er sich mit dem zuständigen Bankenrettungsfonds Soffin über die Boni zerstritten hatte. Angewiesen wurden sie nun vom HRE-Vorstand unter Wieandts Nachfolgerin Manuela Better. Weder Soffin, noch Bundesfinanzministerium hatten diese heikle Frage selbst entscheiden wollen und sie an den HRE-Vorstand delegiert, heißt es.

Kein HRE-Mitarbeiter kommt auf über 500.000 Euro Jahresgehalt, betont die HRE. Diese Obergrenze gilt bei vom Staat gestützten Krisenbanken für Vorstände.

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