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05. Februar 2016

500 Euro Schein: Ein Schein, den (fast) keiner braucht

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Dem 500-Euro-Schein droht das Aus.  Foto: dpa

Kaum ein gewöhnlicher Bürger wird den 500 Euro Schein vermissen, wenn ihn die Europäische Zentralbank abschaffen sollte. Kriminelle müssten sich hingegen etwas einfallen lassen.

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Die Bundesregierung will den Bargeldverkehr mit einer Obergrenze von 5000 Euro einschränken, um Geldwäsche und die Finanzierung von Terrorattacken zu erschweren. Nun droht auch dem 500-Euro-Schein das Aus. Die Europäische Zentralbank (EZB), Wächterin über unser Geld, prüft die Abschaffung der großen Note. Entsprechende Pläne stellte EZB-Präsident Mario Draghi Abgeordneten des EU-Parlaments vor.

Das wäre eine Kehrtwende. Draghi hatte lange den 500-Euro-Schein verteidigt, nach den Terroranschlägen von Paris aber offenbar seine Meinung geändert, weil Sicherheitsexperten Druck ausüben. Bundesbankpräsident Jens Weidmann dagegen bleibt skeptisch und warnt vor Einschränkungen für die Freiheit der Menschen, selbst über das gewünschte Zahlungsmittel zu bestimmen. „Es wäre fatal, wenn die Bürger den Eindruck bekämen, dass ihnen das Bargeld nach und nach entzogen wird“, betont Weidmann. „Der Bürger soll selbst entscheiden können, ob er lieber Bargeld nutzen oder bargeldlos bezahlen möchte.“

Allerdings gab in einer Studie der Bundesbank nur jeder hundertste Befragte an, das violette Papierstück mit dem hohen Wert zu benutzen. Im Alltag setzen es Verbraucher höchstens beim Kauf von Möbeln oder Gebrauchtwagen ein. Schon wer im Supermarkt mit dem 100-Euro-Schein zahlen möchte, macht sich wenig Freunde. Auf drei Prozent aller Scheine in Portemonnaies, Tresoren, Koffern und unter Matratzen prangt laut EZB die Zahl 500. Am häufigsten ist der 50er mit einem Anteil von 44 Prozent, gefolgt vom Zwanziger mit 18 Prozent und dem Zehner mit 12 Prozent. Wertmäßig sieht es anders aus. 28 Prozent des umlaufenden Bargeldes entfallen auf den 500er. Nur der 50er bringt es mit 39 Prozent auf einen höheren Anteil.

Mehrheit im EZB-Rat notwendig

Die USA haben die 500-Dollar-Note schon 1969 aus dem Verkehr gezogen – um die organisierte Kriminalität zu schwächen. „Ich frage mich, ob man die großen Scheine wirklich braucht, wenn man bedenkt, dass sie Betrügern das Leben deutlich leichter machen“, sagte kürzlich der Chef der europäischen Anti-Korruptions-Behörde Olaf, Giovanni Kessler. Auch der Anti-Korruptions-Verband Transparency fordert das Aus für den 500er, ebenso die SPD-Bundestagsfraktion. Dies allein werde zwar Geldwäsche und Drogenhandel nicht stoppen, meint Sebastian Fiedler vom Bund Deutscher Kriminalbeamter. „Aber man sollte es den Tätern zumindest so schwer wie möglich machen.“

Allein kann Draghi nicht über die Banknoten entscheiden. Er braucht eine Mehrheit im EZB-Rat, dem obersten Entscheidungsgremium der Notenbank. Die Chancen stehen trotz des Widerstands durch die Deutsche Bundesbank gut, dass er in der Europäischen Zentralbank genügend Rückhalt organisieren kann. Das technische Vorgehen prüft die EZB gerade. Wahrscheinlich würde sie mit Vorlaufzeit ein Datum benennen, von dem an die 500-Euro-Note nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel dient. Wie bei alten D-Mark-Beständen könnten die Bürger ihre Euro-Scheine aber noch später bei der Bundesbank umtauschen. Ein angenehmer Nebeneffekt winkt: Auch Verbrecher müssten versuchen, ihre 500-Euro-Noten loszuwerden. Dabei könnten sie erwischt werden. Wenn sie es nicht schaffen, die 500er aus kriminellen Geschäften gegen legales Geld zu tauschen, verlieren sie die Werte. Der Gewinn geht an die EZB und damit letztlich an die Steuerzahler in der Euro-Zone.

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