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18. August 2012

Ackermann arbeitet für Russland: Im Dienste Putins

 Von Grit Beecken und Viktor Funk
Erweitert seinen Aktionsradius nach Osten: Josef Ackermann.  Foto: dapd/Oliver Ruether

Der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann soll künftig russisches Vermögen verwalten und sich um einen Teil der russischen Staatsfonds kümmern. Was Schröder kann, kann Ackermann schon lange.

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Der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann soll künftig russisches Vermögen verwalten und sich um einen Teil der russischen Staatsfonds kümmern. Was Schröder kann, kann Ackermann schon lange.

Josef Ackermann wird nach seinem Abtritt als Deutsche-Bank-Chef jetzt wieder ein bisschen mächtiger. Neben seinem Job als Verwaltungsratschef beim Versicherer Zurich soll der 64-Jährige künftig einen Teil der russischen Staatsfonds leiten. Das hat die Wochenzeitung Wedomosti erfahren. Konkret geht es um den Vorsitz in einem Gremium, das rund drei Billionen Rubel verwaltet. Umgerechnet sind das 75 Milliarden Euro, also deutlich weniger Manövriermasse als die rund zwei Billionen Euro Bilanzsumme der Deutschen Bank.

Dafür kann der Schweizer in seinem neuen Job noch Aufbauarbeit leisten. Denn der Kreml plant eine ganz neue Finanzinstitution namens Rosfinanzagentstwo, zu Deutsch: Russische Finanzagentur. Die soll künftig unter anderem den zwei Billionen Rubel schweren Reservefonds verwalten.

Außerdem fallen noch der Fonds der nationalen Entwicklung und Teile der russischen Staatsschulden in Ackermanns neuen Aufgabenbereich. Am gewichtigsten ist allerdings der Reservefonds: Diese Gelder bestreiten die Staatsausgaben, wenn der Ölpreis sinkt.

Zukünftig keine unzufriedenen Aktionäre mehr

Insgesamt soll das Rosfinanzagentstwo-Gremium aus 50 Köpfen bestehen. Ackermann soll aber bestimmen, wo es langgeht. Das wünsche sich die russische Regierung, meldet die Zeitung. Möglicherweise überzeugt die einstige, unerschrockene Ankündigung Ackermanns, 25 Prozent Eigenkapitalquote seien allemal drin, immer noch.

Der russische Staat ist der Alleineigentümer der Agentur. Ackermann muss sich also künftig nicht mehr mit unzähligen unzufriedenen Aktionären zanken. Außerdem redet ihm kein machthungriger Aufsichtsratschef in seine Geschäfte rein.

Dass der anglophile Investmentbanker sich nach Russland orientiert, kommt nicht unerwartet. Schließlich warb er bereits 2010 auf einer Konferenz in Berlin für den Beitritt Russlands in die Euro-Zone. „Dass wir Russland einladen, Teil von uns allen zu sein, kann ich nur unterstützen“, sagte Ackermann damals zur großen Überraschung der teilnehmenden Politiker und Wirtschaftsgrößen. Im Publikum saß auch der russische Ministerpräsident Wladimir Putin.

Die Flirts mit Moskau stehen in guter Tradition. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder nannte einst Putin einen lupenreinen Demokraten. Er steht heute auf der Gehaltsliste des staatlichen Energiekonzerns Gazprom.

Was Politiker können, schaffen Manager erst recht: Der frühere Chef der Deutschen Telekom, Ron Sommer, ist mittlerweile Vizepräsident des russischen Mischkonzerns AFK Sistema.

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