Berlin. Landwirtschaftsminister aus rund 50 Länder haben in Berlin eine engere Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer Technologien für eine klimaschonende Landwirtschaft vereinbart.
Der internationale und nationale Erfahrungsaustausch, der Technologietransfer und die Weitergabe von Fachwissen müssten intensiviert werden, hieß es in der Abschlusserklärung des Gipfels am Samstag. Nur eine nachhaltige Entwicklung erlaube es, mehr Nahrungsmittel zu produzieren und dem Klimawandel zu begegnen.
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sagte, der Agrargipfel sei ein "starkes Zeichen" dafür gewesen, dass sich die Landwirtschaftsminister weltweit ihrer Verantwortung beim Kampf gegen den Klimawandel bewusst seien und diese "wahrnehmen und ausführen" wollten. Während bis zum Jahr 2050 das Angebot an Lebensmitteln um 70 Prozent steigen müsse, um alle Menschen auf dem Planeten ernähren zu können, müssten gleichzeitig die von der Landwirtschaft ausgehenden Klimabelastungen begrenzt werden.
Alle Teilnehmer "werden zuhause nach Möglichkeiten suchen, wie sie ganz individuell ihre Landwirtschaft so umgestalten können, dass sie ein Optimum an Klima- und Umweltverträglichkeit erreichen", sagte Aigner. Es gebe aber keine einfachen Antworten oder Patentrezepte, da die Produktionsweisen in der Landwirtschaft weltweit unterschiedlich seien. An dem Gipfel nahmen unter anderem Delegationen aus Burkina Faso, Bolivien, China, Frankreich und Russland teil.
Der französische Agrarminister Bruno Le Maire betonte die Bedeutung einer starken europäischen Agrarpolitik. Die Landwirtschaft könne einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Klimas leisten und müsse dabei unterstützt werden. Dies gelte es bei der anstehenden Reform der europäischen Agrarpolitik, die ab 2013 wirksam werden soll, zu beachten. Spaniens Umwelt-Staatssekretär Josep Puxeu versprach, die Ergebnisse des Treffens auch in die Arbeit der spanischen EU-Ratspräsidentschaft einzubringen.
In einer Erklärung kritisierte die Umweltschutzorganisation WWF, die Agrarminister hätten sich nicht zu einem konkreten Klimaschutzprogramm bekannt. Weltweit würden mindestens 14 Prozent des Treibhausgasausstoßes direkt auf das Konto der Landwirtschaft gehen, daher bestehe dringender Handlungsbedarf. Die Minister seien klare Worte zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen aber schuldig geblieben und hätten wichtige Themen wie eine Konsumveränderung nicht in der Abschlusserklärung beachtet. Der Agrargipfel sei zur "überflüssigen Messefolklore zur Grünen Woche verkommen", hieß es in der WWF-Erklärung. (afp)
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