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19. Februar 2013

Amazon Leiharbeiter-Skandal: Amazon kündigt weiterem Dienstleister

 Von 
Amazon versucht den Schaden im Leiharbeiter-Skandal zu begrenzen.  Foto: dpa

Das Internet-Kaufhaus zieht weitere Konsequenzen aus dem Skandal um die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen seiner Leiharbeiter und trennt sich von der Firma, die für die Unterbringung der Arbeiter verantwortlich war. Der Druck auf die Zeitarbeitsfirma, bei der die schikanierten Arbeiter angestellt waren, steigt.

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Amazon zieht weitere Konsequenzen aus dem Skandal um die Arbeitsbedingungen für Leiharbeiter in seinen Logistikzentren. Nachdem der Internet-Versandhändler am Montag bereits dem Sicherheitsdienst H.E.S.S. gekündigt hatte, wurde am Dienstag auch die Zusammenarbeit mit CoCo-Job-Touristik beendet.

Das Leipziger Unternehmen war unter anderem für Unterbringung, Transport und Einsatz der Sicherheitskräfte verantwortlich. Der US-Konzern reagiert damit auf die Vorwürfe die Ende vergangener Woche in einer ARD-Reportage erhoben wurden.

Zeitarbeitsfirma gilt als verlässlich

Unter Druck gerät derweil auch die Zeitarbeitsfirma Trenkwalder, die für die Vermittlung der Leiharbeitskräfte an Amazon zuständig ist. Bereits am Sonntag hatte Bundes-Arbeitsministerin Ursula van der Leyen (CDU) in einem Interview mit der Welt am Sonntag dem österreichischen Personaldienstleister mit dem Entzug der Lizenz gedroht, sollte eine Sonderprüfung ergeben, dass an den Vorwürfen gegen die Leiharbeitsfirma etwas dran ist.

Bislang galt die Zeitarbeitsfirma, die nach eigenen Angaben in 19 Ländern gut 70.000 Mitarbeiter beschäftigt als verlässlich. Die van der Leyen unterstellte Bundesagentur für Arbeit unterzeichnete 2007 gar einen Kooperationsvertrag mit Trenkwalder und weiteren Zeitarbeitsfirmen, im dem einheitliche Qualitätsstandards und eine umfassenden Zusammenarbeit zwischen Personaldienstleistern und regionalen Arbeitsagenturen festgelegt wurden. Kurze Zeit später eröffnete Trenkwalder als erste Zeitarbeitsfirma eine Filiale in einer deutschen Arbeitsagentur.

Branchenverbände vorsichtig mit Kritik

Zurückhaltend äußerten sich die beiden Unternehmerverbände der Leiharbeitsbranche in Deutschland zu den Vorwürfen. In einer Presseerklärung verwies der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) – dem auch Trenkwalder angehört – darauf, dass das österreichische Unternehmen selbst nicht für die Überwachung oder Unterbringung der Leiharbeiter verantwortlich gewesen sei.

Eine Sprecherin des BAP bestätigte jedoch, dass man Trenkwalder einen „dicken Fragenkatalog“ habe zukommen lassen, um bei der Klärung der Vorwürfe zu helfen. Der zweite Branchenverband, dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen, teilte mit man wolle zunächst die Ergebnisse weiterer Untersuchungen abwarten, ehe man sich äußere. Allerdings sei jetzt schon absehbar, dass durch die Diskussion das Image der Branche leiden werde, sagte Pressesprecher Wolfgang Linke.

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