Mit Sahara-Strom gegen den Klimawandel. Eine faszinierende Idee. Wissenschaftler und Umweltschützer powern schon seit Jahren für das Projekt. Die Idee: Gigantische Solarparks in Afrika liefern preiswert Öko-Elektrizität, und diese wird dann mit mit Fernleitungen nach Europa transportiert.
Bislang war das reine Zukunftsmusik. Denn: Das Konzept ist gut, aber die Finanzierung war wegen der gigantischen Kosten völlig ungeklärt. Das könnte sich nun ändern. Rund 20 Konzerne - darunter der Stromversorger RWE, der Technologieriese Siemens und die Deutsche Bank - wollen offenbar in das Zukunftsgeschäft einsteigen.
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Die Rede ist von 400 Milliarden Euro, die in das "Desertec" genannte Projekt fließen sollen. Es wäre die vermutlich größte private Ökostrom-Initiative weltweit. Eine Initiative, die die grüne Elektrizität endgültig aus der (nicht mehr ganz so kleinen) Nische holen würde, in der sie heute noch steckt.
Technisch gibt es noch Probleme, zu arbeiten ist etwa noch an der verlustarmen Übertragung großer Strommengen über Tausende von Kilometern. Sie scheinen über die neuartige Gleichstrom-Hochspannungsleitungen jedoch lösbar. Die Machbarkeit des Projekts ist denn auch in mehreren Studien grundsätzlich nachgewiesen worden.
Trotzdem: Ein Selbstläufer wird der Sahara-Strom nicht werden, auch wenn die Konzerne die Chancen nun entdeckt haben und der Ökostrom irgendwann einmal "Big Money" zu werden verspricht. Ohne aktive Mitgestaltung der Politik - das heißt der Europäischen Union und der nordafrikanischen Länder - wird "Desertec" ein Blütentraum bleiben.
Hauptvoraussetzung: Die EU müsste absichern, dass die zumindest anfangs noch erhöhten Stromentstehungskosten über eine Umlage und damit leicht erhöhte Verbraucherpreise refinanziert werden. Das würde funktionieren: Länder wie Deutschland und Spanien haben das Modell längst erfolgreich praktiziert. Es hat dort die Einführung des Ökostroms maßgeblich befördert, der hierzulande bereits über 15 Prozent der Elektrizität liefert.
Doch auch die "Lieferländer" wie Marokko, Ägypten oder Saudi Arabien müssen das Projekt offensiv unterstützen. Sie werden von der Aussicht, ein garantiertes Einkommen aus Ökostrom zu gewinnen, sicher angetan sein.
Doch darauf alleine sollten die "Desertec"- Planer nicht setzen. Wichtig wäre es, die Stromversorgung der Sonnenstaaten ebenfalls Zug um Zug auf Öko umzustellen und ihnen damit Zugang zum "grünen" High-Tech- Fortschritt zu ermöglichen. So wäre der Sahara-Strom nicht nur ein technisches, sondern auch ein politisches Zukunftsprojekt.
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